14 Februar 2012

Gothic

Frage 10 Schwarzgewandete, was Gothic ist und du bekommst 20 Meinungen. Dennoch stimmt es mich traurig, wenn diese - meine - Lebensart auf Musik und/oder Kleidung reduziert wird. Musik und Kleidung (dass Arbeitskleidung nicht immer schwarz sein kann, ist mir durchaus bewusst, also bitte, spart euch ein "Ich kann aber auf der Arbeit nicht...") sind ein großer Bestandteil dieser Richtung, aber zu behaupten, das eine hätte mit dem anderen nichts zu tun, ist falsch.
Ich weiß nicht, warum es jetzt auch noch so in Mode gekommen ist, lautstark die "Lebenseinstellung" zu verleugnen. Geht das anderen denn nicht so:
Diese Sehnsucht nach etwas, das man nicht fassen kann. Wenn man verzweifelt nach etwas anderem sucht, der Meinung ist, dass es so nicht sein und bleiben kann. Nicht fassen kann, dass die Kälte, die stetig wachsende Unmündigkeit und die sich ständig vermehrende Blindheit der Menschen real sein soll.
Wenn man sich dagegen sträubt, dass alles, was wichtig im Leben sein soll, sich nur auf einen stumpfen Alltag und materielle Güter beziehen soll.
Dass es vollkommen in Ordnung ist, grau und angepasst ein Mitglied einer Gesellschaft zu sein, deren höchstes Ziel es zu sein scheint, alles, was anders ist zu seinegleichen zu machen.
Sich weigern, einen Job zu machen, der die Seele krank macht, nur "um eine Arbeit zu machen" warum sollte man sich nicht ausprobieren dürfen? Auch mal versagen dürfen, um dann eben an etwas anderem Spaß zu finden.
Dieses Gefühl haben, sich nicht ganz am richtigen Ort zu befinden, irgendeine Kleinigkeit, die sich falsch anfühlt.

Das steht doch nicht im Gegensatz dazu, eine Beziehung zu führen, eine Familie zu haben oder einen Beruf, der einem Freude bereitet.

Und daher frage ich mich auch, was das mit "weiterentwickeln" oder "entwachsen" zu tun hat? Darf ich mit über 30 Jahren nicht mehr das tun, was ich möchte? Gerade jetzt, wo ich alt genug bin, zu wissen, was überhaupt ich möchte? Ist 30 Jahre eine Grenze, an der man aufhören muss, sich selbst zu verwirklichen? Einen Gruß, einen Kuss und ein "schön, dass du es versucht hast"? Ich bin eine der wenigen, die in dem Kreis, in dem ich gewachsen bin, so geblieben ist. Warum muss ich mir von denen, die ich früher bewundert habe für ihre Art und Lebensweise heute anhören "Ich bin reifer geworden"? Und sie sind nicht immer älter als ich.
Ich habe mich ebenfalls weiter entwickelt und bin erwachsener, verantwortungsbewußter geworden. Aber ich trage immer noch Schwarz und silber und das mit mehr Bewußtsein als vor 10 oder 15 Jahren.

2 Kommentare:

  1. oh das ist toll geschrieben...ich unterschreibe es dir!ich meine ich bin 34 ,habe kinder und bin immer noch die selbe wie vor 20 jahren,klar hab ich vieles dazu gelernt,aber der grund gedanke ist immer noch der selbe,ich höre sogar noch die musik wie vor 20 jahren;)viele der alten leute haben sich in den strom der gesellschaft geworfen,sind jetzt "erwachsen " und "seriös" aber bin ich dasn icht auch?
    nur habe ich mich dabei nicht verdreht,sondern bin mir "treu" geblieben,was manchmal sicher alles andere als einfach ist!

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