
Wir sind wieder zurück von einem herrlichen Städteurlaub. Zum 30. Geburtstag (ja, das liegt schon eine Weile zurück *gg*) habe ich meinem Liebsten einen Urlaub versprochen und nachdem London keine Option war, fiel unsere Wahl auf Trier.

Unsere Wahl war....weise.
Am Sonntag Mittag waren wir schon da und konnten in einem hübschen Hotel, nur 100 Meter von der Porta Nigra entfernt unsere Sachen ablegen, um uns nach einer kleinen Stärkung ins Getümmel der Stadt zu werfen.
Um einen kleinen Überblick zu bekommen, was wir uns die nächsten zwei Tage alles ansehen könnten, fuhren wir eine Runde "Römerexpress".

Zumindest hatten wir danach tatsächlich einen groben Plan, was wir ausfallen lassen wollten und was wir unbedingt sehen mussten. Nach der Fahrt haben wir die Stadt dann genauer erkundet.

Dabei sind wir über den alten Posthof mit diesem genialen Telefon gestolpert, am Georgsbrunnen vorbeigekommen und schließlich musste ich ein Foto von der Saarstrasse machen. Ich war zwar nie in San Francisco, aber so stelle ich mir die Strassen da vor *g*
Den Tag haben wir dann mit einem ganz tollen Abendessen in der "Schlabbergass" beendet.

Am nächsten Tag führte unser Weg uns als allererstes zum Dom. Solch uralte Gebäude erfüllen mich immer mit Ehrfurcht. Was diese Steine erzählen könnten. Dazu noch diese beeindruckende Größe.

Als bekennender Nichtchrist muss ich trotzdem sagen; danke für solche Zeitzeugen. Auch wenn ich weiß, dass ein solcher Bau immense Opfer gekostet hat.

Im Dom wird auch der Domschatz ausgestellt. Ooooh...Gold, Silber, Edelsteine...was will eine Frau mehr. :)Aber auch hier finde ich es so schwer zu begreifen, wenn ein kleiner Schatz vor dir liegt und daneben liegt ein Schild, auf dem "7. Jahrhundert" steht. 1300 Jahre.... und das wird noch dort liegen, wenn sich niemand mehr an mich erinnert.
St. Peter zu Trier ist das größte, kirchliche Gebäude in Trier und ist gute 1700 Jahre alt.
Den Kreuzgang fand ich sehr schön, auch wenn er leider derzeit renoviert wird und man nur die Hälfte begehen konnte. Aber zumindest haben wir auch einen kleinen Blick auf feine Restaurationsarbeiten werfen können und wie genau da gearbeitet wird.

Natürlich hat er wie jeder gute Dom auch eine eigene Reliquie. Den heiligen Rock, also die Tunika Christi, den Konstantins Mutter höchstselbst aus dem heiligen Land mitgebracht hat... okay, ich glaube, den Teil lasse ich aus.
Der Dom selbst ist im Laufe der Jahrhunderte mit der gotischen Liebfrauenbasilika nebenan verbunden worden. Persönlich bin ich dem gotischen Baustil eher zugeneigt als dem romanischen, dennoch hat mich die Basilika jetzt nicht so überwältigt, wie der Dom.

Von der Liebfrauenbasilika kam man zu Fuß ziemlich schnell zur Konstantinbasilika. Ein riesiges Bauwerk, dass nur einen einzigen Raum beinhaltet. Eine architektonische Meisterleistung zu dieser Zeit, dessen bin ich mir bewußt, aber das kurfürstliche Palais zog mich dann doch eher an. Natürlich waren auch hier Renovierungen im Gange und daher leider keine Besichtigung des Innenhofes möglich. Aber der Garten entschädigte dann doch wieder.

Ein paar hundert Meter weiter trafen wir dann auf die Überreste der Kaiserthermen aus dem 4. Jahrhundert. Allerdings verzichteten wir auf eine nähergehende Besichtigung, da uns so langsam aber sicher die Füße und Beine weh taten.
Daher entschieden wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt zurück und ins Hotel, um Abends noch einmal zum Essen auszugehen.

Der Dienstag fing eigentlich an, wie der Monatg, nur hatten wir den Tag über leider nicht so gutes Wetter.

Und wenn man schon so nah an einem geschichtlichen Bauwerk wohnt, dann muss man es ja auch gesehen haben. Der erste Punkt war also endlich die Porta Nigra. 1800 Jahre alt. Stadttor, Kirche, wieder Tor. Zugeschüttet, ausgegraben, was hat dieses Bauwerk alles mitgemacht. Sogar ein griechischer Einsiedler hat sich 1030 für 5 Jahre dort einmauern lassen. Unglücklicherweise fand, als wir uns die Porta ansahen, gerade eine Erlebnisführung für Kinder statt.

Nicht empfehlenswert. Der als mittelalterliche ich-weiß-nicht-was verkleidete Führungsleiter brüllte in fürchterlich angesagtem Gossenslang ...verzeihung.... den Jugendlichen angepasster, hipper Sprache durch das gesamte Gemäuer, so dass wir wirklich flüchten mussten.
Leider ist auch die Porta Nigra nicht vor den üblichen Schmierereien gefeit und überall kann man die eher weniger niveauvollen Sprüche vergangener Schhulklassen entdecken. Auf manch "geschichtlichen" Hinweise kann ich verzichten. Danke.

Die Viehmarktthermen standen am Dienstag auch noch auf unserem Plan. Die alten Ruinen der Grundmauern sind noch extrem gut erhalten und von einem riesigen Glasbau geschützt. Ich habe auch eine Menge Fotos gemacht, doch sie geben so gar nicht wieder, was ich gesehen habe. Und hin uns wieder fällt mir sehr schwer aus dem Gesehenen das Gesamtbild auferstehen zu lassen.

Unser Weg führte uns danach ein wenig querbeet erst nördlich zur Römerbrücke und dann an der ganzen Stadt vorbei nach Süden zum Amphittheater. Zwischendurch stellten wir noch fest, dass die Barbarathermen wegen Renovierung geschlossen waren und der jüdische Friedhof nicht zugänglich ist.
Aber das Amphittheater war wieder ein lohnenswertes Stück Geschichte. Es stammt aus dem 2. Jahrhundert und wurde später in die Satdtmauer integriert, die man hier und da noch erahnen kann. Die Ränge fassten bis zu 20000 Zuschauer und die Akkustik ist recht eindrucksvoll. Zudem war ein Teil der Unterkellerung begehbar, leider spielte meine Kamera in der Dunkelheit nicht gut mit.

Gerade rechtzeitig zum nächsten Regenschauer saßen wir dann auch schon wieder mitten in der Stadt in einem Weinkeller.... natürlich musste einer der Weine mit nach Hause. Also bitte, wenn ich schon da unten bin...

Den letzte Besuch in Trier statteten wir dann dem Spielzeugmuseum ab, auf das wir zufällig stißen. Klein, aber nett würde ich es nennen. Und ganz ehrlich: "Frosch fängt Fliege" war mir den Eintritt schon wert. Ich kann mich einfach köstlich darüber amüsieren.
Wir haben noch viel mehr gesehen und ich habe noch viel mehr Fotos gemacht, aber ich denke, der Bericht ist schon lang genug. Ich kann jedenfalls Trier nur empfehlen, wenn man sich ein wenig für Geschichte und Architektur interessiert (oder Wein *g* ).