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24 März 2013

Ausblick

Nichts Neues an meiner Front.
Ursprünglich dachte ich, ich hätte bald wieder eine 5 Tage Tour, aber daraus wird die nächste Zeit wohl doch nichts.
Und von den zwei überstundenfreien Tagen hatte ich auch nichts. Eigentlich war Sonnenfinsternis geplant, aber mittags bekam ich schon den Anruf, dass ich Samstags auf der Matte stehen musste. Naja, aber bei schönem Wetter betrachtet, sieht meine Tour doch gar nicht so schlimm aus *g*
Mein Weg führt mich nämlich an der Burg Blankenberg vorbei. 


"Auf der Spornspitze, 80 m über der Sieg und in Sichtweite der Abtei auf dem Michaelsberg, gründeten die Herren von Sayn um 1180 die Burg Blankenberg.
Der Felssporn selbst dürfte zunächst siedlungsfrei gewesen sein. Von ihm wurde der Name Blankenberg im Sinne einer blanken, unbewaldeten Erhebung abgeleitet.
Die Befestigung hoch über der Sieg versetzte die Grafen von Sayn in die Lage, die Zugänge zum Siegtal und ins Bergische Land sowie auf den Westerwald zu beherrschen. Die Burg, eine der größten Landesburgen in diesem Teil des Rheinlandes, ist eine rechteckige Anlage auf langem Bergrücken mit einer vorgeschobenen schweren Bastei.
Während des 30jährigen Krieges wurde die Burganlage fast vollständig zerstört. Erhalten sind Reste des Palas, des Pfortenhauses und spärliche Reste einer Doppelkapelle. Auf der Südseite steht ein mächtiger Bastionsturm aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordseite ein runder Bergfried. Die Vorburg ist ebenfalls durch einen starken Rundturm mit einer hohen Schildmauer und einem Torturm geprägt." (Quelle)

Es sind nur noch 33 Arbeitstage bis zu meinem Urlaub und noch 52 Tage, eine Hose, eine Weste und eine Uniformjacke bis zum WGT. Ich hoffe jeden Tag wieder auf das Einschreiben mit den Karten.Und dieses Jahr ist mir tatsächlich etwas passiert, was noch nie vorgekommen ist. Es interessiert mich keine einzige der bestätigten Bands. Das kann sich natürlich noch ändern, aber letztes Jahr wusste ich nicht, wohin zuerst und dieses Jahr kann ich mich auf ein sehr ruhiges Wochenende ohne Hetzerei und Bedauern, wieder eine Band verpasst zu haben, einstellen.
Dafür habe ich zum mittlerweile vierten Mal die KLamottenpläne geändert. Und ich hoffe einfach weiterhin auf trockenes Wetter.
Ich freu mich so, ich müsste mich nur endlich wieder an die Nähmaschine setzen....

10 Juli 2011

Ein Jahrtausend

Nach Ladenschluss bin ich gestern mit meinem Herzallerliebsten den Michaelsberg zur Abtei hochgelaufen. Ich mag den Berg und seine Abtei und habe ein paar kleine Fotos gemacht. Denn die 12 Mönche mussten gehen und ich wolltewissen, wie abgesperrt es oben ist. Aber zu meiner Überraschung ist bis auf den turm noch alles offen.

Als allererstes gelangt man zum Hexenturm:
"Im Volksmund ist die Hexenverfolgung in Siegburg untrennbar verbunden mit dem Hexenturm, der auf halber Höhe der Bergstraße zum Michaelsberg liegt. Das Gemäuer hat aber weder etwas mit den Hexenprozessen zu tun noch war er Ort der Teufelstänze. Das Halbrund war ein gewöhnlicher Wachturm und erhielt seinen mystischen Namen durch einen Roman des Heimatdichters Wilhelm Herchenbach, der darin die Hexenprozesse flugs in den noch heute erhaltenen Turm verlegt hatte. (Quelle)"

Danach gings hoch zur Abtei. Für die, die es interessiert, habe ich einen Teil des Wikipediaartikels über die Siegburger Abtei und ihre Geschichte an den Post unten angehängt.
Ich mag die Abtei wegen ihrer Stimmung. Ich hatte einmal das Glück und konnte in der Kirche den gregorianischen Gesängen der Mönche zuhören, das war so wundervoll.
Durch das verhältnismäßig kleine Tor kommt man in den Innenhof, wo auch im Sommer immer Theatervorführungen stattfinden. "Faust" hat mir damals sehr gut gefallen. Das Bild mit dem Häuschen und dem Baum zeigt einen der ältestesn Bauteile der Abtei. Und es ist imemr ruhig und friedlich dort oben. Die Kirchentür stand zwar offen, aber wir haben uns dagegen entschieden, hineinzugehen.

Die Gärten und den Turm kann man nicht mehr besuchen. Von ersterem habe ich leider kein Foto, aber vomTurmblick noch eines, das Ingas Bruder gemacht hat, als wir vor zwei Jahren oben waren.
Und man steht da oben eine ganze Weile, weil man immer wieder überlegen muss, welchen Satdtteil man denn jetzt überhaupt sehen kann und ob das nicht schon vielleicht St Augustin oder gar Bonn ist (Wobei letzteres dank der geografischen Begebenheiten eher unwahrscheinlich ist).
Aber man kann unsere Wohnung von da oben sehen und ich konnte mir das Bild natürlich nicht verkneifen *g*

Wenn man dann den Innenhof wieder verlässt und an den riesigen Mauern entlang um die Abtei herumgeht, kommt man zu einer netten Grünanlage. Auch der Eingang zu den Gärten ist dort, aber verschlossen.
Bäume, Parkbänke und ein kleiner Turm mit Mauer laden zum Sitzen und Nachdenken ein.
Durch einen kleinen Türbogen verlässt man die Mauern der Abtei wieder und betritt den Wald.


Der Weg führt erst einmal am Rande der Mauern entlang. Es gibt auch noch einen in entgegengesetzter Richtung, aber der war wegen Steinschlag gesperrt. So unverwüstlich die Mauern auch aussehen, gegen die Zeit haben auch sie keine Chance.
Manchmal habe ich das Gefühl, in einem Märchenwald gelandet zu sein. Es gibt riesige Bäume, alles wächst durcheinander und ist mit Efeu überwuchert und es gibt hübsche Hohlwege, die man entlangspazieren kann. Das ist eben Wald. Wald mit viel Efeu. Und es ist sooooo schön (sieht man einmal von den Mülltreffpunkten der Jugend ab)
Am Fuß des Michaelsberges gibt es eine große Wiese, auf der die Kinder im Winter Schlitten fahren. Daneben führen die stillgelegten Gleise der Bahn des Siegwerkes entlang. Überwuchert, verrostet und von gefällten Bäumen bedeckt. Immer, wenn ich ein Stück Land sehe, das die Natur sich zurückerobert sehe, fühlt es sich so...richtig an. Hach, da wallen wildromantische Gefühle *g*
Und hier noch die verprochene Geschichte:
Um 800 wurde auf dem Michaelsberg die Burg errichtet und vom Grafen von Auelgau bewohnt.
1064 gründete dann der Kölner Erzbischof Anno II. eine Benediktinerabtei. Nach dem Tod des Erzbischofs 1075 wurde dieser in der Abtei beigesetzt. Anlässlich seiner Heiligsprechung wurde Anno 1183 in den Annoschrein übertragen, der in der Abteikirche besichtigt werden konnte.
Ab 1125 stellten für lange Zeit die Vögte der Abtei und erbauten 1243 eine eigene Burg in Siegburg. 1403 kommt es aufgrund einer Neubesetzung der Vogtstelle zu einem Krieg zwischen Abtei und Stadt, wobei Teile der Stadt in Brand geschossen wurden.
Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei am 12. September 1803 aufgehoben. Von 1816 bis 1820 war die Abtei dann Sitz des Landrates des Kreises Siegburg. Ab 1. Januar 1825 wurde in den Abteigebäuden die Erste Rheinische Irrenheilanstalt eingerichtet, die aber zum 1. Mai 1878 nach Düren verlegt wurde.
1829 wurde die Abteikirche Simultankirche und auch von der neu gegründeten evangelischen Gemeinde genutzt, die erst 1879 eine eigene Kirche erhält. 1834 wurde die ehemalige Klosterkirche Pfarrkirche.
1879 bis 1914 wurde die Abtei als Zuchthaus genutzt, in dem nach einem Anbau von 1890 500 Gefangene untergebracht worden sind.
Bereits am 22. Oktober 1910 erwarb die Stadt den Michaelsberg, um dort wieder ein Benediktiner-Kloster zu ermöglichen. Am 28. Februar 1914 wird dies vom Staat Preußen genehmigt und am 2. Juli 1914 trafen die ersten Mönche aus dem Kloster Merkelbeek (Niederlande) hier ein.
Am 6. Mai 1941 wurde die Abtei durch die SS aufgehoben und die Mönche wurden vertrieben.
Bei einem Bombenangriff am 28. Dezember 1944 wurden die Gebäude der Abtei trotz der aufgespannten Lazarettfahnen fast völlig zerstört. Auch am 3. März 1945 erhielt die Abtei mehrere Bombentreffer.
Nach Kriegsende konnten die Mönche in die Abtei zurückkehren. Bei Ausgrabungen im Rahmen des Wiederaufbaus der Abtei wurde am 14. August 1947 das Annograb wiederentdeckt.
Am 8. September 1953 wurde die wieder errichtete Abteikirche eingeweiht.
Am 16. Mai 2010 bat Abt Raphael Bahrs im Rahmen einer Kanonischen Visiation um Entpflichtung von seinem Amt, weil er sich den notwendigen einschneidenden Entscheidungen wirtschaftlicher Art nicht gewachsen fühlte. Abtpräses Bruno Marin nahm den Rücktritt an.
Ende Juni 2010 schloss die Abtei aus wirtschaftlichen Gründen das Hotel-Restaurant „Abtei-Stuben“ und die klösterliche Buch- und Kunsthandlung. Ein neues Wirtschaftskonzept, das gemeinsam mit dem Erzbistum Köln erarbeitet wird, sollte in Verbindung mit einem Gesprächsprozess zum benediktinischen Profil den Fortbestand der Abtei sichern.
Am 8. November 2010 teilte der Konvent mit, dass die Abtei Michaelsberg aufgegeben werden soll. Als Gründe wurden die mangelhafte finanzielle und personelle Situation genannt. Der Kölner Erzbischof will sich dafür einsetzen, dass eine andere Ordensgemeinschaft einzieht.
Am Dreifaltigkeitssonntag, dem 19. Juni 2011 wurde die fast tausendjährige Geschichte der Abtei beendet. Die verbliebenen Mönche müssen sich nun im Rahmen der kirchenrechtlichen Möglichkeiten eine neue Heimat suchen.
Soweit, so politisch korrekt. Aber ich habe zudem gehört,dass es da oben dem Ende zuging, weil der Abt mit seinem Geliebten alle Kohle durchgebracht hat.