20 März 2012

Time

Vielleicht braucht das heut noch jemand so wie ich...

Uneins

Ich weiß nicht, wie oft in letzter Zeit der Mauszeiger auf "Neuer Post" gelandet ist und dann doch wieder verschwand.
Ich habe sogar ein paar Mal überlegt, ob ich diesen Blog auf privat setze. Andererseits hab ich mich ja nun einmal bewußt für einen öffentlichen Blog entschieden, der mein Privates enthält. Dafür bewerbe ich ihn nicht und hoffe, dass auch nur Leute mitlesen, die wirklich interessiert sind. Ein merkwürdiger Kompromiss.....
Eigentlich hatte ich schon sehr das Bedürfnis zu schreiben, aber ich kann das, was derzeit in mir vorgeht schlecht in Worte fassen. Also versuche ich es auch gar nicht erst.
Was meine Entscheidung betrifft, so bereue ich sie nicht. Im Gegenteil, jeder weitere Tag bestätigt mich darin.

Gestern habe ich wieder mit Henrik eine Weile über meine derzeitige Situation gesprochen. Nicht unerwartet aber doch ungewünscht war der Satz "Das mach ich auch nicht mehr lange so mit" Diese Worte bezogen sich auf meinen Umgang mit ihm und meine allgemeine Grundlaune. Und ich kann ihn so gut verstehen. Es tut mir wirklich leid, was er derzeit mitmachen muss. Ich möchte diesen ganzen Mist nicht an ihm auslassen und auf ihm abladen, aber ich kann es kaum verhindern.
Ich hoffe so sehr, dass sich das schnell ändert, wenn der Laden Geschichte ist. Aber ich habe wirklich Angst, dass ich nie wieder zufrieden und glücklich werde. Ich bin mir sicher, dass der Laden der Grund ist, bzw nicht einmal der Laden, sondern die ganzen hinterhältigen Schleimer, die in meinem Leben ihre Spuren lassen.
Vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch. Mir fällt es einfach so schwer, manche Leute so lange an einem Stück zu ertragen...

Bald, bald bin ich sie alle los. Bald muss ich nicht mehr lächeln, obwohl mir nicht danach zumute ist. Bald muss ich nicht mehr nicken, nur damit sie wiederkommen. Bald muss ich mir nicht mehr diesen hahnebüchenen Unsinn anhören und diese grenzenlose Dummheit ertragen, nur damit ich am Ende des Monats die Miete zahlen kann. Bald muss ich nicht mehr diesen furchtbaren Gestank ertragen, den manche mit sich herumschleppen und ihnen auch noch so nahe kommen, weil sie das Korsett nun einmal nicht alleine schnüren können...
Bald...

Jetzt hab ich wieder nicht das geschrieben, was ich eigentlich schreiben wollte. Gestern wardas vorletzte Afterworkshooting. Und es war ... durchwachsen. Mal schauen, wann ich die ergenisse habe. Dann berichte ich vielleicht etwas mehr...

07 März 2012

Paradox

Das die Menschheit zu paradoxen Handlungen neigt ist ja eine allgemeine Tatsache.
Und sie nervt. Sie nervt mich ganz gewaltig, weil ich selbst, so sehr ich mich auch bemühe dieses gegenteilige Handeln einfach nicht abstellen kann.

Das fällt mir vor allem beim Schreiben meiner Texte auf. Ich rege mich fürchterlich über eine Sache auf und möchte schreiben, dass ich so etwas ja sicher nicht tue. Denke ich eine kurze Sekunde über mich nach ... Pustekuchen.
Oh, ich kann wunderbar differenzieren, warum es bei mir gerechtfertigt wäre und bei anderen nicht. Aber das ist eine typische Ausrede. Wenn ich nicht möchte, dass andere etwas tun, dann sollte ich mir an die eigene Nase packen.
Auge um Auge, Zahn um Zahn ist einfach eine bescheuerte Sache und dennoch liegt es mir anscheinend im Blut.
Ich möchte hier nicht sagen, ich hätte mich nicht gebessert. In einigen Dingen habe ich mich durchaus weiter entwickelt und dennoch kann ich genauso wunderbar bigott handeln wie die Gesellschaft, die ich so verachte...

Da hilft nur weiter üben und an sich arbeiten...

05 März 2012

Entscheidung

Wie sich einige sicher schon gedacht haben, bin ich mittlerweile zu einer Entscheidung gelangt.
Ich werde meinen Laden aufgeben.

Eigentlich weniger des Materiellen wegen und ich wäre auch weiterhin gerne selbständig geblieen aber diverse - mir wichtigere - Faktoren haben die Entscheidung in die andere Richtung gelenkt.

Ich war, bevor ich das Rabenschwarz eröffnet habe, ein wirklich zufriedener, glücklicher und in sich selbst ruhender Mensch. Seit ich den Laden habe, hat sich das geändert.
Ich habe nicht mehr die Möglichkeit, Menschen, die mir nicht gut tun und die ich nicht ausstehen kann aus meinem Leben zu halten. Im Gegenteil, ich muss auch noch freundlich zu ihnen sein.
Ich finde es furchtbar, dass Menschen sich nur mit mir unterhalten, weil ich den Laden habe und sie so glauben, sich so Vorteile verschaffen zu können, weil wir plötzlich "Freunde" sind. Und hinter meinem Rücken wird dann dumm daher geredet.
Ich war der Menschheit ja schon immer eher abgeneigt, aber diese Abneigung wächst mit jedem Tag, mit jedem dummen Kommentar, mit jeder abfälligen Bemerkung, die man in dieser kleinen Stadt von den spießigen Bewohnern abbekommt.
Ich habe Schlafstörungen und im Spiegel schaut mich morgens jemand an, den ich nicht kenne.
An 90% der Abende komme ich schlecht gelaunt nach Hause und muss darauf achten, dass sich das nicht auf meine Partnerschaft auswirkt (was sich ja trotz allem nicht verhindern lässt).
Ich bin nicht nur auf Unterstützung durch meinen alten Herren, sondern auch durch meinen Freund angewiesen. Und das will ich nicht.
Ich arbeite 55 Stunden die Woche, habe keinen Urlaub und muss mir dann auch noch anhören, dass ich ja ständig zu habe und wenn denn ein Tag mal frei ist, dann wird gemosert.
Ich habe nur noch finanzielle Sorgen und das, obwohl ich mit sehr, sehr wenig im Monat auskommen kann.

Nachdem ich einen Heulkrampf im Laden bekommen habe und den nicht einmal ausleben konnte, weil ja Kunden herien kommen könnten, fiel mir die Entscheidung dann leicht. Der Gedanke, das Telefon, das Cash-gerät, die Miete und alles andere zu kündigen fühlte sich so gut und so leicht an. Dieser Laden, so schön ich ihn gemacht habe und soviel Hoffnung ich hatte und so viel er mir auch bedeutet, ist meine Gesundheit, mein Glück, meine Partnerschaft und meine Zufriedenheit nicht wert.

Ich mache mir keine falschen Hoffnungen. Bis August einen Job zu finden wird wirklich hart, aber das Rabenschwarz zu behalten noch härter...

04 März 2012

Ultimative Gerechtigkeit

Ich glaube an die ultimative Gerechtigkeit. Ich glaube fest daran, dass jeder das bekommt, was er verdient. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber dennoch irgendwann.
Als wir heute beim mittagessen bei Henriks altem Herren waren, sprachen wir unter anderem über Herrn Ackermann und da kam mir wieder der Gedanke an fairen Ausgleich in den Sinn. Denn es darf einfach nicht sein, dass gewissenlose (oder zumindest mir so erscheinende) Personen mit allem durchkommen dürfen.
Die Trennung von meinem Ex lief damals nicht sehr gut und ich habe wirklich gelitten damals. Doch vier Jahre später rief er mich an und entschuldigte sich für sein Verhalten. Tatsächlich hatte seine Freundin genau das Gleiche mit ihm abgezogen.
Ich muss sagen, nach vier Jahren war es mir persönlich fast gleichgültig und eigentlich tat er mir eher leid. Dennoch war/bin ich der Meinung den Beweis für ausgleichende Gerechtigkeit erhalten zu haben. Für mich lebt es sich mit diesem Gedanken einfach leichter. In beide Richtungen: In bin sicher, Madame Tratschtante wird irgendwann für ihr Verhalten büßen müssen und ich selbst möchte versuchen, nicht unfair oder verletztend (abgesehen von diesen Beleidigungen) zu agieren.

Ich glaube, andere nennen so etwas Karma...