28 April 2011

In Frieden

Ich lebe schon seit 2006 hier, aber ich bin leider noch nicht dazu gekommen, viel vom schönen Rheinland zu sehen. So ein bisschen macht das Nähen zum Stubenhocker *g*
Doch am Ostersonntag hat mein Liebster mich geschnappt und ist mit mir endlich die beiden Friedhöfe besuchen gegangen.

Der Nordfriedhof ist der moderne von Beiden. Er unterscheidet sich nicht groß von so gut wie allen neueren Friedhöfen und hat auch nicht viel alte Gräber. Aber ruhig und entpannend ist er auch. Ich habe mich selten so beruhigt gefühlt in den letzten Wochen.

Der zweite Friedhof wird schon lange nicht mehr genutzt. Henrik vermutet, dass, wenn die letzten Nutzungsrechte abgelaufen sind, der ganze Park einem Parkplatz oder Neubau weichen muss. Das Grundstück liegt nun einmal mitten in der Stadt. Ich hoffe einfach, dass irgendeine Familie ein Grab für 400 Jahre im Vorraus bezahlt hat.
Das älteste Grab, dass wir gefunden haben, war von 1883 und das älteste Geburtsdatum war von 1803. Ich finde es manchmal schwer vorstellbar, dass ich vor dem Grab eines Menschen stand, der vor über 200 Jahren geboren wurde.
Es kümmert sich niemand mehr wirklich um die Gräber, daher sind oft schon Kreuze von Säulen gefallen, Grabsteine umgekippt und alles überwuchert und kaum lesbar, aber das macht den Charme ja aus. Leider hab ich vergessen, die Linse der Kamera zu säubern, daher sind lauter kleine Lichtfeen auf den Bildern.
An einem Bild von diesem Baum kam ich nicht vorbei. Diese ganzen umschlungenen Äste...

Unglücklicherweise versammeln sich am Eingang immer die Obdachlosen und Alkoholiker abwechselnd mit der heutigen ... lauteren ... Jugend. Es stehen Bierflaschen hinter Grabsteinen, Graffittis an Kapelle und Gräbern, Scherben, Müll...das übliche leider.

Der jüdische Friedhof hier ist leider immer verschlossen und ich hab den zuständigen Menschen bisher nicht ans Telefon bekommen können.

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