16 August 2014

Szene und Kommerz

Das Amphi war wie jedes Jahr. Müsste ich Geld dafür zahlen, würde ich es mir dreifach überlegen, ob ich hingehen würde. Mir fehlen einfach Flair und Stimmung. Mag aber auch an meinem WGT-verwöhnten Kleinmädchenträumen liegen.
Allerdings stellte sich mir dieses Jahr eine ganz andere Frage.
Hat der Kommerz der Szene sich endlich selbst überholt? X-tra-x ist weg, das Zillo hat sich verabschiedet und der nächste "große" Laden wackelt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er stürzen wird. 
Und um ehrlich zu sein...irgendwie bin ich froh darüber. Nicht froh, dass Leute ihre Existenzgrundlage verloren haben, aber froh darüber, dass der Einheitsbrei weniger Anklang findet. Ich bin der Meinung, dass dieses Jahr viel mehr "kleinere" Unternehmen ihre Ware feil boten. Qualität und Unikat vor Einheitsbrei und schlechter Verarbeitung.
Die Quittung für die Großen war schon lang fällig. Und wenn wir nur noch ein klein bisschen sind wie früher....nur ein ganz, ganz kleines bisschen, dann ist diese Entwicklung nicht verkehrt....
Für meinen kleinen Laden kommt diese Entwicklung leider zwei Jahre zu spät.....

Herrje, der Eintrag wurde kürzer als erwartet, aber irgendwie habe ich nur in Gedanken mehr dazu zu sagen....

03 August 2014

Schwarze Picknickfreuden

Am Freitag vor dem Amphi war wieder einmal Picknicken angesagt. Dieses Jahr hatte ich mir extra Urlaub genommen, damit ich nicht wieder bangen musste, ob ich denn überhaupt teilnehmen kann. Zudem wollte ich auf dem Amphi wieder beim Alfred aushelfen und brauchte schon alleine deshalb die Tage frei :)

www.eye-dex.de
Aufgrund der angekündigten Gewitter sagten allerdings die meisten ab, was ich immer noch sehr schade finde, denn dieses Picknick ist etwas besonderes. Zumindest für mich. 
Es ist klein, beschaulich, familiär und keiner der Fotografen geht mir auf den Senkel, weil sie sich friedlich zurückhaltend in das Bild einfügen. Meistens zumindest. 
So stelle ich mir ein wirkliches schwarzromantisches Picknick vor.
Meine Picknickdecke ist zwar immer noch bei der Lisa, dafür konnte ich aber heuer mit einem Picknickkorb dienen - der jetzt beim Bienchen steht. Ich scheine dazu zu neigen, meine Picknicksachen anderen aufbürden zu wollen.

Sunlightfoto
Für diesen Tag hatte ich mich allem angesagten Regen zum Trotz dafür entschieden, meinen neuen Hut zu tragen. Soviel Schweiß und Flüche müssen ausgetragen werden :-D Und zum Glück hielt das Wetter auch. Meiner Meinung nach hatten wir sogar das beste Wetter aller Picknicks bisher, weil es nicht zu warm, nicht zu nass, nicht zu windig und nicht zu kalt war.

Am Bahnhof traf ich wie verabredet den Thomas und erfreulicherweise lief uns die wundervolle lene auch direkt über den Weg. Zu dritt fährt es sich viel lustiger Bahn. 
Im Friedenspark angekommen stellte sich heraus, dass viel zu wenig Decken dabei waren, aber eigentlich ist man ja ohnehin den ganzen Tag mal hier, mal dort. Und in den großen Roben stehe ich ohnehin lieber.
Ich verbrachte einen wirklich wundervollen Nachmittag bei Wein, Sandwiches und Freunden, der schließlich mit mir, Thomas und Bienchen auf dem Weg in den Wartesaal endete.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mit den allgemeinschwarzen Parties kaum noch etwas anfangen kann. Leider liegt das daran, dass ich manchmal das Gefühl habe, so angesehen zu werden, als würde ich in vollem Ornat bei einer Hip-Hop-Disco um einlass bitten. Also ging es nach kurzer Zeit weiter in die Esssigfabrik. Und zwar schnurstracks nach unten zum Kämpfer. Da konnte man es sich gemütlich machen, auch wenn über einem in der Halle das Utz-Utz wummerte.

Um halb vier hatte ich es dann aber doch ins Bett geschafft. Wie nach jedem Picknick glücklich und zufrieden. Und nächstes Jahr nehme ich mir wieder Urlaub, das Picknick ist es mir wert....

29 Juli 2014

Zwischen Schlager und Dark Ambient

Heute morgen beim Aufwachen war dieser Text in meinem Kopf, aber den ganzen Tag über habe ich nicht einmal den Anfang wiederfinden.
Also muss ich mir einen Neuen suchen, aber irgendwie ist mir danach, wenigstens eine kleine Erklärung der langen Pause hier zu geben. Auch wenn die meisten, die ihn lesen, wohl schon wissen, was war. Also fangen wir doch mit Pfingsten an, denn eigentlich hätte der nächste Bericht hier vom WGT handeln müssen, aber just auf diesem Event bin ich in eine gemeine, fiese ...tja...am ehesten würde ich es Identitätskrise nennen.
Zu meinem großen Glück bleibe ich von Depressionen größtenteils verschont. Alle Jubeljahre überfallen sie mich für ein paar Wochen. Aber dass es dieses Jahr ausgerechnet auf dem WGT sein musste.
Dementsprechend habe ich auch keinen sehr positiven Bericht über Leipzig im Gepäck. Aber sei ein Teil auch der Schwermütigkeit geschuldet, dass ich ein negatives Fazit ziehe, so ist es zum anderem auch der Veranstaltung selbst geschuldet.
Ich möchte ein einziges Mal im Jahr "nach Hause" kommen. In eine Stadt voller Leute, von denen ich weiß, sie ticken wenigstens im Grunde genommen alle wie ich.
Aber die Stadt dieses Jahr war nicht schwarz. Konnte man sich sonst auch gegen Bach, Wagner und Sportler behaupten, gegen das Stadtfest hatte das Schwarz keine Chance.
Ein furchtbares Gefühl, zwischen Schlager und Riesenrad durch Massen an Volksfesttouristen gequetscht zuwerden.
Quelle: http://derfotokamerad.blogspot.de/
Der Anblick im Spiegel hatte mir gefallen, aber in meinem Inneren fühlte sich Leipzig so falsch an. Ich blickte in die Gesichter des Schwarzvolks und sah...gar nichts. ZUm ersten Mal in meiner 13jährigen WGT-Laufbahn wurde mir ein blöder Spruch alá "Du bist der Teufel" nachgebrüllt.
Außerdem war es zu heiß...viel zu heiß.
Vielleicht wird es auch Zeit, dass ich alte Traditionen auf dem WGT breche. Kein Picknick mehr - und das meine ich tatsächlich so, denn jedes Jahr frage ich mich wieder "was mache ich eigentlich hier?" Kein Natron-und-Soda CT mehr, denn ichhabe mit dem Forum ja kaum noch etwas gemeinsam. Ich bin keine bunte Mama, die nur noch Strampler mit Lokomotiven häkelt. Und ich habe es auch nicht vor. Ich muss nicht jeden da kennen, aber wenn wirklich nur die eigenen Freunde reagieren, kann ich meine Posts auch bei fb an meine Pinnwand schreiben. Auch die dunkelromantischen Tänze haben mich einfach nicht mitgerissen. zu voll, zu laut, zu...gnah.... Ich hasse es, wenn ich mich fragen muss, wo ich bin, wer ich bin und wohin meine Welt mal wieder verschwunden ist. Selbst im Nachhinein werden die Erinnerungen nicht besser, das passiert mir äußerst selten.
Natürlich waren auch schöne Momente dabei. Die blaue Stunde (zumindest bis zu deisem rosafarbenen Schnaps *hust*), das Treffen mit all meinen lieben Freunden und das Konzert von Saelde Sanc.
Und wie immer stirbt die Hoffnung zuletzt und nächstes Jahr werde ich wieder in Leipzig sein, mit hoffentlich frohem Herzen.

Gerade dieses Erholen und diese Ruhe, die ich sonst in Leipzig finde, haben mir die nächsten Wochen so sehr gefehlt. Ohne diesen Stressabbau war ich nicht in der Lage, wieder aus diesem Loch zu krabbeln. Zumindest nicht so früh, wie ich es gerne gehabt hätte. Dazu hat sich meine Lage bei der Arbeit nicht verbessert.
Ich halte meinen bis Dezember verlängerten Vertrag nicht für einen Grund zum Feiern und es ist auch keine Festanstellung in Sicht, da die Post zuerst die Löhne senken will, bevor sie wieder jemanden unbefristet in Lohn und Brot stellt.
Wegen der Sache mit der Teamleitung hat sich daher auch noch nichts ergeben. Meine letzte Chance. Und Ende Dezember läuft der Vertrag dann wieder aus und ich muss im September wieder beim Arbeitsamt stehen...beschissene Aussichten.

24 Juli 2014

16.07.2014

Wenn man so mitten im Leben steht, reißt einen der Tod oft brutal an den Haaren, wenn er trifft.
Gerade ich als Grufti behaupte so gerne und völlig dem Klischee entsprechend, ich haätte mich ja so oft und so gut mit dem Tod auseinander gesetzt. Kein Schrecken, kein Tabu..ich kenne den Tod.
Pustekuchen und hat sich was. Wenn er dann doch wieder neben Dir steht, weinst Du wie jeder andere, ist das Leid genauso groß wie vorher und der Verlust ebenso schrecklich wie unerwartet. Da kann man sich noch so sehr alle Floskeln herunterbeten, die angeblich so tröstlich sind.
Natürlich weiß ich, dass jedes Leben mit dem Tod endet. Und das die Wahrscheinlichkeit nach langem Leben und tiefer Krankheit höher ist.
Natürlich bereitete man sich darauf vor und wusste..lang ists nicht mehr hin.
Aber der Schmerz schert sich keinen Deut um Vorbereitung, Tapferkeit und Ähnliches. Trotzdem geht das Leben weiter. Ich werde wieder darüber nachdenken und meine Schlüsse ziehen und darauf hoffen, erst wieder in ein paar Jahren unsanft aus meinem Frieden gerissen zu werden. Und das ist gut so. 
Machs gut, Opa und vielen Dank für Dich.

12 Juli 2014

Concrete Walls

Zur Generierung von Aktivität auf diesem Blog gibt es etwas Musik.
Ich habe den Blog noch nicht ganz aufgegeben...

Vielleicht gibt es noch eine Erklärung, wieso es so lang still war, vielleicht mach ich auch einfach weiter wie bisher...mal schauen.