29 Juli 2014

Zwischen Schlager und Dark Ambient

Heute morgen beim Aufwachen war dieser Text in meinem Kopf, aber den ganzen Tag über habe ich nicht einmal den Anfang wiederfinden.
Also muss ich mir einen Neuen suchen, aber irgendwie ist mir danach, wenigstens eine kleine Erklärung der langen Pause hier zu geben. Auch wenn die meisten, die ihn lesen, wohl schon wissen, was war. Also fangen wir doch mit Pfingsten an, denn eigentlich hätte der nächste Bericht hier vom WGT handeln müssen, aber just auf diesem Event bin ich in eine gemeine, fiese ...tja...am ehesten würde ich es Identitätskrise nennen.
Zu meinem großen Glück bleibe ich von Depressionen größtenteils verschont. Alle Jubeljahre überfallen sie mich für ein paar Wochen. Aber dass es dieses Jahr ausgerechnet auf dem WGT sein musste.
Dementsprechend habe ich auch keinen sehr positiven Bericht über Leipzig im Gepäck. Aber sei ein Teil auch der Schwermütigkeit geschuldet, dass ich ein negatives Fazit ziehe, so ist es zum anderem auch der Veranstaltung selbst geschuldet.
Ich möchte ein einziges Mal im Jahr "nach Hause" kommen. In eine Stadt voller Leute, von denen ich weiß, sie ticken wenigstens im Grunde genommen alle wie ich.
Aber die Stadt dieses Jahr war nicht schwarz. Konnte man sich sonst auch gegen Bach, Wagner und Sportler behaupten, gegen das Stadtfest hatte das Schwarz keine Chance.
Ein furchtbares Gefühl, zwischen Schlager und Riesenrad durch Massen an Volksfesttouristen gequetscht zuwerden.
Quelle: http://derfotokamerad.blogspot.de/
Der Anblick im Spiegel hatte mir gefallen, aber in meinem Inneren fühlte sich Leipzig so falsch an. Ich blickte in die Gesichter des Schwarzvolks und sah...gar nichts. ZUm ersten Mal in meiner 13jährigen WGT-Laufbahn wurde mir ein blöder Spruch alá "Du bist der Teufel" nachgebrüllt.
Außerdem war es zu heiß...viel zu heiß.
Vielleicht wird es auch Zeit, dass ich alte Traditionen auf dem WGT breche. Kein Picknick mehr - und das meine ich tatsächlich so, denn jedes Jahr frage ich mich wieder "was mache ich eigentlich hier?" Kein Natron-und-Soda CT mehr, denn ichhabe mit dem Forum ja kaum noch etwas gemeinsam. Ich bin keine bunte Mama, die nur noch Strampler mit Lokomotiven häkelt. Und ich habe es auch nicht vor. Ich muss nicht jeden da kennen, aber wenn wirklich nur die eigenen Freunde reagieren, kann ich meine Posts auch bei fb an meine Pinnwand schreiben. Auch die dunkelromantischen Tänze haben mich einfach nicht mitgerissen. zu voll, zu laut, zu...gnah.... Ich hasse es, wenn ich mich fragen muss, wo ich bin, wer ich bin und wohin meine Welt mal wieder verschwunden ist. Selbst im Nachhinein werden die Erinnerungen nicht besser, das passiert mir äußerst selten.
Natürlich waren auch schöne Momente dabei. Die blaue Stunde (zumindest bis zu deisem rosafarbenen Schnaps *hust*), das Treffen mit all meinen lieben Freunden und das Konzert von Saelde Sanc.
Und wie immer stirbt die Hoffnung zuletzt und nächstes Jahr werde ich wieder in Leipzig sein, mit hoffentlich frohem Herzen.

Gerade dieses Erholen und diese Ruhe, die ich sonst in Leipzig finde, haben mir die nächsten Wochen so sehr gefehlt. Ohne diesen Stressabbau war ich nicht in der Lage, wieder aus diesem Loch zu krabbeln. Zumindest nicht so früh, wie ich es gerne gehabt hätte. Dazu hat sich meine Lage bei der Arbeit nicht verbessert.
Ich halte meinen bis Dezember verlängerten Vertrag nicht für einen Grund zum Feiern und es ist auch keine Festanstellung in Sicht, da die Post zuerst die Löhne senken will, bevor sie wieder jemanden unbefristet in Lohn und Brot stellt.
Wegen der Sache mit der Teamleitung hat sich daher auch noch nichts ergeben. Meine letzte Chance. Und Ende Dezember läuft der Vertrag dann wieder aus und ich muss im September wieder beim Arbeitsamt stehen...beschissene Aussichten.

3 Kommentare:

  1. *knuddel* Befristete Verträge sind die moderne Sklavenhaltung. Kenne ich ja auch! -.-

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  2. Diese Identitätskirsen kenne ich auch. Ich bin irgendwie nicht wie die meisten, nicht mal unter dem Schwarzvolk, habe ich manchmal den Eindruck. Auf den meisten dieser Veranstaltungen fühle ich mich irgendwie nicht "richtig".
    Bei Natron&Soda ist mir auch schon aufgefallen, dass gefühlt nur noch ein Hauch schwarz in der Luft liegt.. Umso glücklicher bin ich über meinen Blog.
    Mein Freund hat letzte Woche erst eine Verlängerung eines unbefristeten Vertrags bekommen. Eine seiner Kolleginnen arbeitet dort schon 20 Jahre und hat jetzt eine Festanstellung bekommen. Nach 20 Jahren! das ist doch krank...

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  3. PS: Du siehst auf dem Bild sehr hübsch aus. ♥
    *dück*

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