04 März 2012

Ultimative Gerechtigkeit

Ich glaube an die ultimative Gerechtigkeit. Ich glaube fest daran, dass jeder das bekommt, was er verdient. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber dennoch irgendwann.
Als wir heute beim mittagessen bei Henriks altem Herren waren, sprachen wir unter anderem über Herrn Ackermann und da kam mir wieder der Gedanke an fairen Ausgleich in den Sinn. Denn es darf einfach nicht sein, dass gewissenlose (oder zumindest mir so erscheinende) Personen mit allem durchkommen dürfen.
Die Trennung von meinem Ex lief damals nicht sehr gut und ich habe wirklich gelitten damals. Doch vier Jahre später rief er mich an und entschuldigte sich für sein Verhalten. Tatsächlich hatte seine Freundin genau das Gleiche mit ihm abgezogen.
Ich muss sagen, nach vier Jahren war es mir persönlich fast gleichgültig und eigentlich tat er mir eher leid. Dennoch war/bin ich der Meinung den Beweis für ausgleichende Gerechtigkeit erhalten zu haben. Für mich lebt es sich mit diesem Gedanken einfach leichter. In beide Richtungen: In bin sicher, Madame Tratschtante wird irgendwann für ihr Verhalten büßen müssen und ich selbst möchte versuchen, nicht unfair oder verletztend (abgesehen von diesen Beleidigungen) zu agieren.

Ich glaube, andere nennen so etwas Karma...

29 Februar 2012

Tratschtante

Ich muss mir die Wut von der Seele schreiben, sonst werde ich sie nicht los. Seit 4 Uhr bin ich schon wieder wach und die Hälfte der Zeit habe ich damit zugebracht über die Menscheit im Allgemeinen und diese hinterhältige Schlange im Besonderen nachzudenken.
Es ist ja nicht so, als hätte sie nicht schon genug angerichtet. Und darauf angesprochen kam sie widerlich schmeichelnd angekrochen, wie leid es ihr doch tue und sie hätte mich doch so gern und ich solle nicht böse sein und es wäre doch... blablabla. Und hintenrum?
Ihre Tratscherei nimmt echt widerwärtige Züge an. Madame kann ja nicht die verlogene Schnauze halten und irgendetwas aus den letzten Wochen lernen, nein, da wird sich schon wieder vor MEINEN Kunden aufgeregt, was ich alles falsch mache, was ich nicht könne und verkaufen sowieso ja auch nicht. Sie wüßte ja, was sie tun würde und sie könnte das alles viel besser. Deshalb lässt sich sich ihren Salon ja auch von Mama finanzieren und heult mir immer die Ohren voll, sie hätte kein Geld und müsse sicher bald zu machen.
Wie sieht das besser machen denn aus? So wie ihre Ratschläge? "geh doch zu deinen Eltern und bitte sie um Geld" , "Ich hab doch gesagt, du musst mit mehr Kredit anfangen..." und "Mach Deinen Lieferanten doch mal Druck"
Na klar, die Bank gibt mir natürlich einen Kredit, der doppelt so hoch ist, weil sie mich so gern hat. und X-tra-X bekommt fürchterliche Angst, wenn ich anrufe und die Ware früher als die angegebene Lieferzeit haben will. Jaaa, ich hab die großen Konzerne voll in der Hand.
Diese dumme, dumme, dumme Pute.
Wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist es Heuchelei. Mir ist kein Lächeln immer lieber als ein falsches. Und ich erkenne ein falsches Lächeln. Und ihres hab ich schon vor langer Zeit erkannt. Ich bin mir bewußt, dass ich ihr immer nur recht bin, wenn sie was von mir will. Ich habe sie nie als Freundin betrachtet und werde das auch nicht tun.
Ich hätte nur nicht gedacht, dass sie derart derbe quatscht. Ich war der Meinung, sie wäre professionell genug, um geschäftliches Miteinander tatsächlich ernst zu meinen.
Es ist mir scheißegal, ob diese Tratschtante mich mag oder nicht. Aber es ist mir nicht egal, wie sie über den Laden vor meinen Kunden spricht. Ich habe sie stets weiter empfohlen und war auf geschäftlicher Ebene immer fair und auf persönlicher hab ich die Schnauze gehalten. Aber so nicht, meine Liebe.

Ich hasse diese Art, die die meisten Menschen an den Tag legen. Dieses Geheuchele und Getratsche, dass anderen schadet.
Ich sage nichts gegen kleine Lästereien oder Gespräche, die niemandem und vor allem nicht dem Betroffenen schaden, aber hier geht sie definitiv zu weit. Sie schadet mir damit sogar sehr. Die Szene hier ist kleine genug, dass ihre Worte zur falschen Zeit im falschen Ohr essentiellen Schaden anrichten.
Zum Glück hat sich das alles bald erledigt.


21 Februar 2012

Kleine Küchenanekdote

Danke für die Kommentare.
Ich habe jetzt beschlossen, mit meinem Vater (der ja Bürge ist) und meiner Bankberaterin zu sprechen. Denn wenn die beiden nicht hinter meiner Entscheidung stehen (egal welcher) dann brauch ich es gar nicht zu versuchen.

Pünktlich zum Wochenende hat es mich darnieder gelegt. Samstag morgen fing es mit Halsschmerzen an, hörte abends mit Kopf und Gliederschmerzen auf und Sonntag war ich zu gar nichts zu gebrauchen. Seit gestern ist die Erkältung richtig da und nervt.

Aber gestern hatte auch der weltbeste Mann Geburtstag und weil er sein Geschenk schon längst hatte, ich aber nicht mit leeren Händen dastehen wollte, hielt ich die Idee eines Kuchens für geradezu grandios.
Nun muss man aber wissen, dass ich zwar über einige Talente verfüge, die in der Küche benötigten aber absolut nicht dazu gehören. Also losgestiefelt und eine Backmischung samt Zutaten besorgt. Krümelkuchen...kann man ja nicht viel falsch machen.
Ich neige, wenn ich alleine bin, zu Selbstgesprächen und während ich - mit mir selbst und den Katzen quatschend - alle Zutaten in die Schüssel getan habe, habe ich mich derart abgelenkt, dass ich nicht die Backmischung für den Boden, sondern für die Füllung dazugeschüttet habe.
Nach 5 Minuten fassungslosen Starrens auf den Inhalt der Schüssel bin ich also noch einmal losgetigert, um den gleichen Kram noch einmal zu kaufen. Was bin ich froh, dass mein Liebster nur einmal im Jahr Geburtstag hat.
Gefreut hat er sich und geschmeckt hat es ihm auch. Was möchte man denn mehr?

18 Februar 2012

Lichtblick oder Verblendung

Ich stehe seit geraumer Zeit vor einer ziemlich wichtigen Entscheidung, bei der ich wirklich Angst habe, nicht die Richtige zu treffen.
Im August läuft der Mietvertrag für den Laden aus und Fakt ist, dass ich ihn auf keinen Fall verlängern werde. Die Raumkosten fressen mich Monat für Monat auf, dafür bekomme ich immer, wenn ich ein Problem habe ein "das können wir leider nicht ändern"oder "das muss so sein" zu hören.
Jetzt habe ich mir gestern ein kleines Ladenlokal angeschaut. Verkaufsfläche hat ein Drittel der jetzigen, die Miete allerdings ebenso.
Die Vermieterin ist eine nette, alte Dame (gut befreundet mit meiner Jetzigen, was mir gestern ein plötzliches Telefonat mit einem "Ich kann ihnen doch entgegenkommen" bescherte), die mir so ziemlich alle Wünsche erfüllen würde, die ich bezüglich der Konditionen hätte.
Ich hätte kein Sofa mehr für die Kunden und die Nähecke wäre auch futsch, was ich aber durch andere Öffnungszeiten ausgleichen könnte. Dann wird halt wieder zu Hause genäht, wäre mir sowieso lieber.
Der Wunsch, den Laden fortzuführen ist natürlich groß und das kleine Lädchen wäre eine Chance, dass ich es noch weiter versuchen könnte.
Und jetzt weiß ich nicht, ob mir der Wunsch den Laden schmackhaft macht, oder ob er tatsächlich eine Chance ist. Mein Freund hat sich den Laden mit angesehen und ist der Meinung, das wäre eine gute Idee.
Die Kosten im Monat wären mehr als halbiert und es bestünde die Chance (wenn meine Verkaufszahlen so bleiben) dass ich es wirklich packen könnte....
Aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht die sicherere Lösung ist, sich einen Job zu suchen. Andererseits weiß ich gar nicht, ob ich einen bekomme (mein Diplom ist ja "nur" europäisch und nicht staatlich anerkannt, damit gelte ich hier als ungelernt *seufz*) Sollte ich einen bekommen, wäre er sicher nicht sehr gut bezahlt

Ich weiß es nicht ...

17 Februar 2012

Narrenzeit

Weiberfastnacht.
Das bedeutet für die meisten Geschäfte hier in der Stadt, dass sie direkt zu lassen. Denn auf dem Marktplatz 150 m weiter versammeln sich die Jugendlichen aus gefühlten 100 km Umkreis zum Saufen. Das fängt um 10.00 Uhr an und geht bis Abends.
Ich hab letztes Jahr schon überlegt, ob ich den Laden geschlossen halte und mich dagegen entschieden, ebenso wie dieses Jahr. Nach dem Trauma vom Start lass ich bei sowas mein Baby nicht noch einmal ungeschützt.
Also frage ich jedes Jahr zwei Freunde, die ohnehin schon als Türsteher gearbeitet haben, ob sie den Tag bei mir bleiben und aufpassen. Dafür bekommen sie auch Frühstück.
Letztes Jahr konnte ich dann um 17.00 Uhr schließen und weil wir dank des guten Wetters hauptsächlich draußen stehen konnten, blieb alles friedlich.
Nicht so gestern. Bis 14.00 Uhr war es zumindest friedlich. Das übliche Gegröhle, blöde Sprüche, schlechte Kostüme und alle 45 Minuten der Krankenwagen. Kennt man, nichts neues.
Aber dann ging es echt los. Alle 10 Minuten der Krankenwagen, Polizei und Ordnungsamt und an allen Ecken pinkelnde und sich erbrechende, besoffene Jugendliche.
Der Hauseingang hier und mein Ladeneingang sind lang mit Ecken und obwohl ich eine riesige Fensterfront habe und das Licht an war, sowie das Open Schild an der Tür sind doch tatsächlich die Idioten zum Pinkeln in die Ecken getreten. Vor dem Laden direkt nicht, aber vor dem Hauseingang.
Dank "meiner" Security sind sie dabei unterbrochen und verscheucht worden (die wüsten Beschimpfungen kamen allerdings nicht von meinen Jungs), aber unter der Glastür lief das Ganze schon ins Treppenhaus durch *seufz* War dann putzen angesagt.
Zwei der Jugendlichen haben sich sogar irgendwie in den Keller geschlichen. Sie sind da zum Glück von meinen Leuten gefunden und rausgeworfen worden, bevor ein Unglück geschehen konnte.
Ich finde das einfach unfassbar. Ich möchte gar nicht wissen, was alles unter meiner Glastür durchgelaufen wäre, wenn ich hier nicht aufpassen würde.
Von Beleidigungen und Gegröhle "mutiger" Besoffener im Laden muss ich zum Glück nicht viel berichten. Hier hinein trauen sie sich dann doch nicht wirklich und wenn, dann gehen sie meist gleich wieder.

Besonders disqualifiziert haben sich zwei, die uns fragten, ob wir Spaß hätten. Nach einem "ja" unsererseits, fragten sie, was wir denn trinken würden. Wir antworteten natürlich mit "nichts". Die Antwort werde ich so schnell nicht vergessen:
"Nichts? Wie definiert ihr denn dann Spaß?"

Das tut doch weh. Leider kann ich Rosenmontag nicht genauso handeln, denn da geht der Zug direkt hier vorbei und das tu ich mir einfach nicht an, aber ich hab jedesmal nach diesen "Feiern" Angst, wieder vor einer zerstörten Tür oder ähnlichem zu stehen.

Ich mag Karneval eigentlich, ich liebe so etwas wie venezianische Karnevalsveranstaltungen, aber das gestern hatte nichts mit Karneval zu tun.