09 November 2011

Einzelhandel

Heut ist es mal wieder soweit. Ich könnt um mich schlagen, sobald die KLingel über der Tür bimmelt. Ich habe im Internet in einem Forum einen netten Text gefunden, und die Passagen übernommen, die auf mich zutreffen.

Ich arbeite im Einzelhandel.....
ich bin in der Lage gleichzeitig 3 Kunden zu bedienen, an der Kasse 4 Fragen zu beantworten, 5 Preise für verschiedene Artikel aus dem Stehgreif auswendig zu wissen, Bestellungen bei 6 verschiedenen Kunden zutätigen und nehme 7 eingehende Telefonanrufe entgegen.
Ich spreche alle Sprachen, verstehe jeden Dialekt, kenne jeden Artikel, weiß wann er lieferbar ist und kenne natürlich alle seine Eigenschaften.
Ich bin verantwortlich für die kleine Aufschrift auf der Verpackung, für defekte Produkte, dafür,
dass sie Firma nicht liefern kann, für unvollständige Beschreibungen und deren schlechte Übersetzung, die Reparaturdauer beim Hersteller, eventuelle spätere Mängel und natürlich auch für die überteuerten Preise.
Desweiteren bin ich verantwortlich für das heutige Wetter, die unwürdigen Bedingungen der Anreise, die vollen Busse ,U-und S-Bahnen, die verstopften Straßen und die vollen Parkhäuser gehen ebenfalls auf meine Kappe.
Ich habe magische Fähigkeiten und kann ausverkaufte Artikel und überschrittene Rücklagen
herbeizaubern. Außerdem bin ich in der Lage, die Ware zu allen Wunschzeiten vorrätig zu haben.
Ich kann die Wünsche meiner Kunden von der Stirn ablesen. Ich weiß auch, dass sie , wenn sie eine Rücklage für Freitag machen, diese in Wirklichkeit erst am Samstag abholen wollen.
Ich lächle, bin mitfühlend und ersetze meinen Kunden den Psychiater. Ich bin ihnen gerne beim Abbau ihrer Aggressionen behilflich und ertrage mit voller Ruhe auch gerne die schlimmsten Beschimpfungen und Behandlungen.
Alkohol- und Knoblauchfahnen sowie Schweißgeruch gehören zu meinen Lieblingsdüften.
Laden sie all ihren Frust bei mir ab. Noch habe ich Freunde, denen ich es mit gleicher Münze heimzahlen kann, denn sie haben es schließlich verdient .
Ich ersetze die Hausinformation, bin Fremdenführer, Meinungsforscher, Kreditkarten-Berater, Reinigungskraft, stundenlanger Hochzeitsberater zum Nulltarif und trage bis zur Rente täglich Trauerbekleidung.
Ich kenne weder Sonn- noch Feiertage, arbeite gerne unentgeltlich bis in die späten Abendstunden und meine Familie ist mir unwichtig, denn persönliche Freizeit ist mir ein Graus. Die einzige Freude meines Daseins ist es, anderen selbstlos zu dienen.

Ich arbeite sehr gerne im Einzelhandel!

Okay, ich hab ganze zwei Sätze weggelassen, denn ich bin in der Tat für alle Abteilungen verantwortlich. Gibt ja nun mal nur eine *g*
Allerdings möchte ich doch mal, damit kein falscher Eindruck entsteht, nachdrücklich betonen, dass ich auch ganz wundervolle und nette Kunden habe. Und dass nicht alle, die meinen Laden betreten nervtötend, uninformiert und unhöflich sind.
Auch meine Praktikantin hat sich am ersten Tag wirklich gut gemacht. Ein nettes, aufmerksames Mädchen, dem ich leider derzeit nicht viel zu tun geben kann.

Und zudem ist meine Laune auch noch richtig gut, denn ich bekomme morgen Familienbesuch. Meine Großmutter und mein Vater schauen hier vorbei, um sich endlich mal den Laden anzusehen. Ich habe beide nicht mehr gesehen, seit ich letztes Jahr im Sommer das Gespräch bei der Bank vor Eröffnung des Ladens hatte.

05 November 2011

Memories - Part II

Da mein Herzallerliebster sein Uga-Uga-Wochende hat (er hasst es, wenn ich das sage, aber was kommt denn bei Bier und Männern anderes heraus? *g*) bin ich mal wieder in meinen Fotoordnern hängen geblieben.

WGT 2002, mein Allererstes:Ich finde, ich hab mich kaum verändert *hust*
Aber man sieht zumindest, dass ich damals schon in der gleichen Richtung unterwegs war, allerdings ohne Korsett (das ist heut kaum vorstellbar für mich), dafür mit ordentlich Geschnörkel ums Auge *g*. Und ich möchte hier mal betonen, dass der Rock und die Stulpen meine Erstlingswerke waren. Die Kette hatte ich in Florenz gekauft, und sie wurde bis zum Auseinanderfallen geliebt.
Das neben mir ist allerdings nicht Henrik, sondern mein werter Ex, ich glaube, so würde er heute nicht mehr herumlaufen. Sehr schade...
Die Spikes hab ich damals gemacht, zum ersten Mal und nur mit einer halben Dose Haarspray.
Ich hab das Foto damals durch Zufall in den Weiten des Internet gefunden und leider keine Ahnung mehr, wem ich dafür danken muss.
Leider gibt es von den nächsten WGTs kein Bild von mir. erst wieder 2006 und da war schon kein großer Unterschied mehr zu den heutigen.

04 November 2011

Award und Katzenjammer

Schwarzchaos hat mir einen Award verliehen. Ich fühle mich wirklich geehrt und hab mich gefreut wie ein Schneekönig.


Die Regeln dazu:
  1. Verlinke den Blog dessen der dir den Award verliehen hat.
  2. Stelle ihn in einem Post vor.
  3. Verleihe den Award an sieben Blogger. Du kannst den Award auch an solche verleihen, die schon einen bekommen haben und du kannst auch dem einen geben, der dir einen gab.
  4. Teile es den „Gewinnern“ mit.
  5. Schreibe ein Post über deine Verleihung, in welchem du die verlinkst, die den Award bekommen.
Ich mache es mir mit der Vergabe ja immer nicht leicht, weil ich alle Blogs, die ich verfolge, gerne lese, aber ich habe mir ein paar ausgesucht.
Auch, wenn Schwarzchaos den Award auch von mir verdient hat, dieses hin und hergeschicke liegt mir nicht, doch an dieser Stelle sei noch einmal gesagt, dass ich ihren Blog sehr gern lese.

Der Award geht von mir an:
  • (auch, wenn sie ihn schon hat) Sorrowsplea, weil ihr Blog für mich immer wie eine sanfte Umarmung ist.
  • anti, weil sie mir mit ihren Posts so oft aus der Seele spricht.
  • frieda, weil ihre Fotos und selbstgefertigten Stücke so wundervoll sind (und ich mag diesen Tintenfisch)
  • Frollein Eve, ich liebe diese Art, wie sie schreibt. Ich wünschte, ich wäre auch so wortgewandt
Ich weiß, das sind nur vier Blogs und ich lese viel mehr, die ihn auch verdient haben, doch heute möchte ich es gern dabei belassen.

Und das ganze Wochenende bin ich nur mit mir und den Katzen alleine. Mein Liebster fährt nachher auf sein halbjährliches Männerwochende und ich muss schauen, ob der Kater das gut mitmacht.
Im Moment ist er wieder ein kleiner Psycho. Wir waren ja nun nicht im allgemeinen Alltagstrott und das hat sein Leben wieder dramatisch verändert.
Manchmal fällt es mir schwer, zwischen einer normalen und seiner psychotischen Blasenentzündung zu unterscheiden. Aber auch diesmal bleibt mir der Tierarzt wieder erspart, die minütlichen Toilettengänge sind nach einem Tag wieder auf normales Niveau herabgesunken.
Dafür musste die Bettwäsche einmal mehr gewaschen werden *Seufz*
Und ich hoffe, dass die Abwesenheit meines Herrn von und zu nicht wieder zu einer Steigerung führt.

03 November 2011

Fremd

Gestern Abend war das ASP Konzert in Köln.
Aber fangen wir doch von vorne an.
Aufgerüscht mit draculainspirierter Frisur ging es mit zwei Freunden per Bahn nach Köln. Mitten in der Bahn stellten wir dann fest, dass wir uns auf einander verlassen haben und daher keiner den Weg vom Bahnhof zur Halle kannte.
Folgen wir halt der schwarzen Meute, dachten wir. Pustekuchen... wir waren hinterher zwar eine schwarze Meute, aber von den 15 Mann wusste auch keiner den Weg. Wir kamen trotzdem pünktlich zum Schlange stehen.

Vorband waren Lahannya. Ich würde es solide nennen. Nicht bahnbrechend Neues, aber ich habe schon wesentlich schlechtere Vorbands gesehen. Leicht hatten sie es beim Publikum gestern allerdings nicht, war eben jenes doch ruhiger als man es bei Rheinländern vermuten würde.

ASP hingegen hatte die Leute natürlich sofort in der Hand.
Von der Setlist her...nunja, es ist nun mal die Tour zum neuen Album und dementsprechend hat er viele Lieder daraus gesungen. Und "Eisige Wirklichkeit" gefällt mir ja auch sehr gut (vermutlich, weil es so viel Ähnlichkeit mit den alten Liedern hat). Aber ich habe mich über "Schwarzes Blut", "Werben" und "Und wir tanzten" total gefreut. Warum die Dame von Lahannya allerdings bei einem Lied mitsingen musste, erschloss sich mir nicht ganz. Ich persönlich fand leider nicht, dass es das besser gemacht hat. Aber sein Kommentar, dass er um nichts in der Welt bei Carmen Nebel auftreten würde, hat das wieder wettgemacht. Ich habe diesen Seitenhieb auf den Grafen sehr genossen.
Es war gut, er war gut, wirklich, aber mir fehlte etwas zum Genial und Perfekt der letzten Konzerte.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mit der neuen CD nicht viel anfangen kann oder dass ich ihn schon so oft gesehen habe. Möglicherweise fehlte mir Matze auch, ich weiß es nicht. Aber so war es eben nur gut.
Und voll. Das letzte Mal als ich ASP in der Live Music Hall gesehen habe, waren nur die Hälfte aller Besucher dort.
Und nach Hause wurden wir dann per Auto mitgenommen. Um 1 hab ich müde, glücklich und viel zu betrunken im Bett gelegen *gg*

Fotos gibt es keine besonders guten. Ich habe die ganze Zeit weiter hinten gestanden.

01 November 2011

Das Schwiegermutterproblem

Zu der Mutter meines Freundes habe ich ja schon länger ein eher gespanntes Verhältnis. Ich bin mir nicht wirklich einer Schuld bewusst, lediglich etwas nachtragend, aber ich nenne hier mal das Schlüsselerlebnis, auf dem meine - Distanziertheit - aufbaut (es war nicht das erste Gespräch dieser Art):

Beim Anwalt, ich war freundlicherweise spontan eingesprungen, weil eine Kollegin krank war (zu der Zeit war ich ohne Job, habe aber den Laden vorbereitet - wovon sie nichts wusste und das aus gutem Grund):
"Ach, du hier. Dann hast du ja endlich mal was Sinnvolles zu tun."
"Ich habe auch zu Hause was Sinnvolles zu tun"
"naja...wenn Du das meinst..."
Ab da war es wirklich vorbei und ich trage ihr das wirklich nach. Dazu möchte ich sagen, dass sie auch arbeitslos war.

Nun ja, jedenfalls zieht sie derzeit zusammen mit ihrer Mitbewohnerin um. 2 Häuser weiter. Beide, sowohl sie als auch ihre Mitbewohnerin sind krank. Können nicht wirklich etwas schleppen. Soweit okay, hab ich kein Problem mit. Aber ich habe ein Problem damit, dass man auch nach 4 Wochen noch keine Kartons gepackt und nicht einen Finger gerührt hat.
Hinzu kommt, dass die Mitbewohnerin zwei erwachsene Söhne hat, deren ganzes Zeug im Keller verrottet (20 Jahre alte Zeitungen, halbe uralte Chemiebaukästen, alte Stofftiere, Klassenhefte aus der Grundschule etc). Tja und die 20 Kisten aus dem Keller durften auch wir schleppen. Der eine Sohn meldet sich gar nicht und sieht es wohl nicht ein, die feinen Pianistenhände mal arbeiten zu lassen und seiner Mutter zu helfen und der andere lebt derzeit in Schweden. An dem Tag, an dem er hier war, war es ihm auch nicht möglich, etwas fort zu werfen. Er hat in die Kisten geschaut und gesagt, das solle alles mit rüber. Sprachs und verschwand wieder ohne einen Finger zu rühren.... Also haben wir erst einmal zwei Tage lang das Zeug dieser erwachsenen Mänenr durch die Gegend geschleppt.
Und dann traktiert die Mutter meines Freundes ihn ständig mit "du musst dieses, du musst jenes", verplant dessen Urlaub, weil man "ja jeden Tag helfen" kann.
Zwischendurch ist sie dann beleidigt, weil er eben nicht mehr so kann, wie er möchte und auch wenigstens ein kleines bisschen für sich von seinem Urlaub haben möchte. Und mein Liebster ist einer der zuverlässigsten Menschen, die ich kenne, bekommt er doch tatsächlich von ihr zu hören, er "wäre ja nicht immer so zuverlässig", sie wolle ja nur sichergehen, dass er auch wirklich auftaucht.
Da ist mein Freund dann so lieb und will nach der Arbeit vorbei kommen und ein paar Kisten schleppen (derzeit sind es etwa 50, hauptsächlich mit Büchern): Tür zu, keiner da, SMS von ihr mit "ach, ich bin erst halb 8 wieder zu Hause"

Heute hab ich einen kurzen Witz gemacht, weil ich mir beim Verrücken vom Fernseher den Arm gequetscht hab und spaßeshalber (mit Grinsen) sagte: "Na wenn dem Herrn seine Arbeit ja wichtiger ist, als mir zu helfen..."
Daraufhin meinte sie, mir mit bösem Gesicht zu sagen, dass das jawohl wichtiger sei und er doch schließlich unseren Lebensunterhalt damit verdiene. Ich wusste es. Ich wusste, dass sie denkt, ich liege ihrem Sohn auf der Tasche.
Er hat natürlich versucht, ihr zu erklären, dass dem nicht so ist und deutlich zu machen, dass ich es als Witz gemeint habe, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es verstanden hat.

Ich kannte das bisher ja gar nicht, habe mich immer sehr gut mit den Eltern von Freunden verstanden, derzeit möchte ich aber platzen. Habt ihr auch so Probleme?