01 November 2011

Das Schwiegermutterproblem

Zu der Mutter meines Freundes habe ich ja schon länger ein eher gespanntes Verhältnis. Ich bin mir nicht wirklich einer Schuld bewusst, lediglich etwas nachtragend, aber ich nenne hier mal das Schlüsselerlebnis, auf dem meine - Distanziertheit - aufbaut (es war nicht das erste Gespräch dieser Art):

Beim Anwalt, ich war freundlicherweise spontan eingesprungen, weil eine Kollegin krank war (zu der Zeit war ich ohne Job, habe aber den Laden vorbereitet - wovon sie nichts wusste und das aus gutem Grund):
"Ach, du hier. Dann hast du ja endlich mal was Sinnvolles zu tun."
"Ich habe auch zu Hause was Sinnvolles zu tun"
"naja...wenn Du das meinst..."
Ab da war es wirklich vorbei und ich trage ihr das wirklich nach. Dazu möchte ich sagen, dass sie auch arbeitslos war.

Nun ja, jedenfalls zieht sie derzeit zusammen mit ihrer Mitbewohnerin um. 2 Häuser weiter. Beide, sowohl sie als auch ihre Mitbewohnerin sind krank. Können nicht wirklich etwas schleppen. Soweit okay, hab ich kein Problem mit. Aber ich habe ein Problem damit, dass man auch nach 4 Wochen noch keine Kartons gepackt und nicht einen Finger gerührt hat.
Hinzu kommt, dass die Mitbewohnerin zwei erwachsene Söhne hat, deren ganzes Zeug im Keller verrottet (20 Jahre alte Zeitungen, halbe uralte Chemiebaukästen, alte Stofftiere, Klassenhefte aus der Grundschule etc). Tja und die 20 Kisten aus dem Keller durften auch wir schleppen. Der eine Sohn meldet sich gar nicht und sieht es wohl nicht ein, die feinen Pianistenhände mal arbeiten zu lassen und seiner Mutter zu helfen und der andere lebt derzeit in Schweden. An dem Tag, an dem er hier war, war es ihm auch nicht möglich, etwas fort zu werfen. Er hat in die Kisten geschaut und gesagt, das solle alles mit rüber. Sprachs und verschwand wieder ohne einen Finger zu rühren.... Also haben wir erst einmal zwei Tage lang das Zeug dieser erwachsenen Mänenr durch die Gegend geschleppt.
Und dann traktiert die Mutter meines Freundes ihn ständig mit "du musst dieses, du musst jenes", verplant dessen Urlaub, weil man "ja jeden Tag helfen" kann.
Zwischendurch ist sie dann beleidigt, weil er eben nicht mehr so kann, wie er möchte und auch wenigstens ein kleines bisschen für sich von seinem Urlaub haben möchte. Und mein Liebster ist einer der zuverlässigsten Menschen, die ich kenne, bekommt er doch tatsächlich von ihr zu hören, er "wäre ja nicht immer so zuverlässig", sie wolle ja nur sichergehen, dass er auch wirklich auftaucht.
Da ist mein Freund dann so lieb und will nach der Arbeit vorbei kommen und ein paar Kisten schleppen (derzeit sind es etwa 50, hauptsächlich mit Büchern): Tür zu, keiner da, SMS von ihr mit "ach, ich bin erst halb 8 wieder zu Hause"

Heute hab ich einen kurzen Witz gemacht, weil ich mir beim Verrücken vom Fernseher den Arm gequetscht hab und spaßeshalber (mit Grinsen) sagte: "Na wenn dem Herrn seine Arbeit ja wichtiger ist, als mir zu helfen..."
Daraufhin meinte sie, mir mit bösem Gesicht zu sagen, dass das jawohl wichtiger sei und er doch schließlich unseren Lebensunterhalt damit verdiene. Ich wusste es. Ich wusste, dass sie denkt, ich liege ihrem Sohn auf der Tasche.
Er hat natürlich versucht, ihr zu erklären, dass dem nicht so ist und deutlich zu machen, dass ich es als Witz gemeint habe, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es verstanden hat.

Ich kannte das bisher ja gar nicht, habe mich immer sehr gut mit den Eltern von Freunden verstanden, derzeit möchte ich aber platzen. Habt ihr auch so Probleme?

3 Kommentare:

  1. wuah *dich drück*
    ich hab irgendwie temporär probleme....mein schwiegermonster hat es noch nicht mal geschafft ihrem sohn zum geburtstag zu gratulieren aber jammert überall herum wie gemein es doch ist das die beiden keine wirkliche beziehung´haben...und überhaupt....die meiste zeit nervt sie mich einfach nur...vllt liegt es aber auch dadran das ich was familie betrifft, mich völlig entwöhnt habe,da ich ja keine mehr habe...ich weiss es nicht...aber vorher kam ich auch mit allen müttern der freunde gut klar!

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  2. Dein Text kommt mir leider sehr bekannt vor!

    Mein Schwiegermonster hat als ich letztes Jahr 3 Monate ohne Arbeit war auch fiese Kommentare von sich gegeben....
    Die Gute vergisst irgendwie immer wieder wer ihren Sohnemann während des Studiums finanziert hat....SIE war es ganz sicher nicht!
    Die hat überhaupt noch nie ernsthaft gearbeitet!

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  3. Auch ich kann Dir gut nachfühlen, ich hatte das 10 Jahre lang...immer hinter meinem Rücken mich schlecht gemacht, das ich aber auf alles (studium ect.) verzichtet habe das wurde nie gesehen, ich sollte ja arbeiten ( was ich übrigens getan habe, in Ihrem Restaurante)...heute 6 Jahre nachdem ganzen habe ich abgeschlossen und sie gemerkt was sie an mir hatte..

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