Folgenden Text schrieb ich Anfang Januar und vergaß ihn dann:
"Dieses Jahr verschickte ich eine Neujahrs-SMS mit ungeahnten Folgen.
Meinem "großen Bruder" schickte ich unter anderem auch ein "mögen Deine Vorsätze halten". Nunja, um 6 Uhr klingelte mein Handy Sturm und mein geschätzter Cousin am anderen Ende war vollkommen losgelöst, was denn mit mir los wäre.
Nach ein paar verständnislosen Minuten, in denen ich versuchte sowohl Wein als auch Schlaf aus meinem benebelten Kopf zu vertreiben, in denen es immer wieder hieß, ob ich denn spießig werden würde, weil ich von Vorsätzen sprach, dachte ich nur "Vorsätze spießig? WTF?"
Bis mir klar wurde, was er meinte. Vorsätze passen nicht zu mir, aber ich hab ja auch nicht von meinen (nichtvorhandenen) gesprochen. Nach 15 Minuten hatte ich ihn wieder beruhigt und versichern können, dass ich noch immer "auf seienr Seite" stehe und ging wieder ins Bett.
Da war es aber bereits zu spät und meine Gedanken schon in Fahrt *seufz* Bin ich wirklich spießig? Wäre spießig so schlimm?
Fest steht auch, dass ich mich mit meinem Laden soweit an die Gesellschaft anpassen musste und mich selbst so verbogen habe, dass meine "Rebellion" eher groteske Formen annimmt.
Andererseits bin ich mir bewußt, dass mein Laden nicht funktionieren kann, wenn ich mich nicht wenigstens etwas der Gesellschaft annähere."
Ich bitte Euch an dieser Stelle, sich nicht am Wort "Spießig" aufzuhängen.
Nach dem unausweichlichen Telefonat mit meiner Bank eben (und dieses Mal war sie wirklich freundlich und entgegenkommend) wurde mir aber nur schmerzlich bewußt, dass meine Anpassung nicht reicht. Es wird nicht gehen, nicht so.
Ich habe durchaus Kundschaft, die meinen Laden versteht, die wissen, was sie bei mir finden und die meine Ansichten teilen. Das muss nicht ausgesprochen werden, bei solchen Kunden weiß ich es einfach. Wie das Wissen, dass man in einer Disco zwischen Gruppen von Gleichgesinnten steht, ohne mit ihnen reden zu müssen. Aber diese Kunden sind zu wenige.
Doch ich kann mich nicht noch mehr ändern, drehen und verbiegen. Daran würde ich zugrunde gehen, weil ich mich selbst verraten würde. Abgesehen davon, dass es mir einfach nicht möglich wäre. Allerdings wäre die Folge daraus ein Schließen meines Ladens, doch ich mag noch nicht aufhören. Ich will die Hoffnung an das, was mir soviel bedeutet nicht aufgeben.
"Dieses Jahr verschickte ich eine Neujahrs-SMS mit ungeahnten Folgen.
Meinem "großen Bruder" schickte ich unter anderem auch ein "mögen Deine Vorsätze halten". Nunja, um 6 Uhr klingelte mein Handy Sturm und mein geschätzter Cousin am anderen Ende war vollkommen losgelöst, was denn mit mir los wäre.
Nach ein paar verständnislosen Minuten, in denen ich versuchte sowohl Wein als auch Schlaf aus meinem benebelten Kopf zu vertreiben, in denen es immer wieder hieß, ob ich denn spießig werden würde, weil ich von Vorsätzen sprach, dachte ich nur "Vorsätze spießig? WTF?"
Bis mir klar wurde, was er meinte. Vorsätze passen nicht zu mir, aber ich hab ja auch nicht von meinen (nichtvorhandenen) gesprochen. Nach 15 Minuten hatte ich ihn wieder beruhigt und versichern können, dass ich noch immer "auf seienr Seite" stehe und ging wieder ins Bett.
Da war es aber bereits zu spät und meine Gedanken schon in Fahrt *seufz* Bin ich wirklich spießig? Wäre spießig so schlimm?
Fest steht auch, dass ich mich mit meinem Laden soweit an die Gesellschaft anpassen musste und mich selbst so verbogen habe, dass meine "Rebellion" eher groteske Formen annimmt.
Andererseits bin ich mir bewußt, dass mein Laden nicht funktionieren kann, wenn ich mich nicht wenigstens etwas der Gesellschaft annähere."
Ich bitte Euch an dieser Stelle, sich nicht am Wort "Spießig" aufzuhängen.
Nach dem unausweichlichen Telefonat mit meiner Bank eben (und dieses Mal war sie wirklich freundlich und entgegenkommend) wurde mir aber nur schmerzlich bewußt, dass meine Anpassung nicht reicht. Es wird nicht gehen, nicht so.
Ich habe durchaus Kundschaft, die meinen Laden versteht, die wissen, was sie bei mir finden und die meine Ansichten teilen. Das muss nicht ausgesprochen werden, bei solchen Kunden weiß ich es einfach. Wie das Wissen, dass man in einer Disco zwischen Gruppen von Gleichgesinnten steht, ohne mit ihnen reden zu müssen. Aber diese Kunden sind zu wenige.
Doch ich kann mich nicht noch mehr ändern, drehen und verbiegen. Daran würde ich zugrunde gehen, weil ich mich selbst verraten würde. Abgesehen davon, dass es mir einfach nicht möglich wäre. Allerdings wäre die Folge daraus ein Schließen meines Ladens, doch ich mag noch nicht aufhören. Ich will die Hoffnung an das, was mir soviel bedeutet nicht aufgeben.
ich glaube spiesig is einfach ein wort das man gar nicht benützen sollte, dann wäre ich ja auch spiessig wenn ich manche sachen mache oder eben nicht, mach dir keinen kopf
AntwortenLöschenalso ich finde es generell mal nicht schlimm in gewissen bereichen des lebens auch spießig zu sein. damit fahre ich ganz gut. wie bei allem im leben muss man eben ein maß finden mit dem man sich selbst wohl fühlt und andererseits auch im alltag gut klar kommt. das ist ja nun mal leider unausweichlich.
AntwortenLöschenund gerade wenn man durch seinen job (ob nun wie du im laden oder irgendwo angestellt) auf andere angewiesen ist um seine existenz zu finanzieren rechtfertigt das sicher auch.
vorallem in deiner situation kann ich verstehen, wenn es nötig ist dass du dich eher den kundenwünschen anpasst als nur deiner vorstellung der szene zu folgen, von irgendwas muss man ja auch leben...
Ist es nicht eher wichtig, dass du für dich weißt, was und wer du bist?
AntwortenLöschenManchmal muss man sich anpassen und etwas zurückstehen, aber solange man sich im Inneren das bewahrt, was man wirklich sein möchte, und das eben dann privat auch zeigen kann, dann finde ich es weniger dramatisch, wenn es im Job und in der Geschäftswelt ein bisschen übertüncht wird, vor allem wenn die Existenz daran hängt..