15 Mai 2011

Zeit ohne Lächeln

Sie sind oberflächlich, ignorant, dumm, rechthaberisch, besserwisserisch und sie machen mir das Leben schwer. Und immer wieder frage ich mich, ob nicht ich die ist, die zu dummist, geradeaus zu denken.
Ich wußte schon immer, dass sieso sind und deshalb hatte ich nie viel mit ihnen zu tun, aber durch mein geliebtes Baby muss ich mich ja mit ihnen beschäftigen.

Sie wollen rein, bevor offen ist und sind beleidigt, wenn ich dann noch nicht bereitwillig die Tür öffne, können nicht fassen, wenn etwas gerade nicht da ist und finden es noch viel schlimmer, wenn ich es nicht sofort besorge, sondern ein oder zwei Wochen sammeln möchte. Sie wollen immer haben ohne zu geben.
Sie finden alles toll und gehen wieder, ohne es mitzunehmen, aber man hat mich ja dringend gebraucht und wünscht sich, dass ich unbedingt noch länger da bin, allerdings ohne etwas dafür zu tun.
Und irgendwann stehen sie vor einem leeren Fenster und wundern sich?

Und von den anderen weiß es jeder besser, zumeist ungefragt. Sie verwandeln mein kleines Schmuckstück in einen lauten Treffpunkt, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie, um ihren Treffpunkt zu erhalten, auch etwas geben müssen.
Und diese Ratschläge...
Ich will es nicht laut, schrill und bunt. Warum glauben sie denn wohl, fühlen sie sich so wohl bei mir, dass sie den ganzen Tag da sind? Weil es nicht laut, schrill und bunt, sondern ruhig, schwarz und entspannt ist.
Und wenn ich mich nur mit schrill, laut und bunt halten könnte, dann werde ich wieder aufgeben, denn ich kann nichts machen, in dem ich mich nicht wiederfinden kann und hinter dem ich mit all meiner Seele stehen kann. Ich will mich nicht verbiegen lassen, ich KANN mich nicht verbiegen lassen.

Vielleicht habe ich den falschen Weg gewählt, aber jetzt muss ich ihn gehen. Es fällt mir so schwer, die Mundwinkel nach oben zu heben. Ich war so ausgeglichen und zufrieden, so lange ich nicht viel mit Menschen zu tun hatte.

Ich will mein Lächeln wieder haben.

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