08 September 2014

Pläne für die Nähmaschine

Für die weniger Nähbegeisterten unter meinen Lesern könnte es demnächst ein wenig langweilig werden. Ich möchte mich derzeit einfach nicht mehr mit der Welt beschäftigen. Ich habe einfach keine Nerven, um mich mit diesem Haufen Energiefresser um mich herum zu beschäftigen.

Um wenigstens wieder ein wenig in Gang zu kommen, werde ich hier die Vorhaben, Inspirationen und Fortschritte so gut wie möglich dokumentieren. Eben ein Work in Progress, wenn man so möchte. Ich hatte erst überlegt, das Forum dazu zu nutzen, aber die letzten beiden haben mich schon so enttäuscht, da scheint mein kleiner Blog ein geeigneterer Ort zu sein.

Meine Liste wird immer länger, aber das bin ich ja gewohnt. Und wenn man immer nur vorhat und nicht ausführt, darf man sich eben nicht wundern.

Tournüre 1:
Aus Taft und Seidenbrokat.
Bis auf die Taillenvorderteile fertig zugeschnitten. Beim Rock fehlt noch der Saum, der Überrock ist fertig. Die Taille muss noch versäubert und zusammengenäht werden. Evtl muss Paspel nachbestellt werden. Wenn ich nur wüste, wo ich die her habe....

Tournüre 2:
Aus Taft und Paillettenstoff.
Fertig zugeschnitten. Beim Rock fehlt der Saum, liegt aber daran, dass es der gleiche Rock ist, der für Tournüre ! verwendet wird. Auf dem Überrock fehlen noch Stickereien und Knöpfe. Knöpfe sind bestellt. Taille muss noch bestickt, versäubert und zusammengenäht werden.

Korsett 1:
Bisher nur im Kopf. 
Versuchsobjekt für "Cutwork Lace". Stoff ist noch nicht festgelegt.

Korsett 2:
Bisher nur im Kopf.
Die volle Ladung Rüschen, Schleifen und Bänder. Vielleicht mache ich auch mal eine echte Fächerschnürung.

Dreispitz:
Eine Mischung aus eigenem Schnitt und den beiden Anleitungen von Natron&Soda und Lynn McMasters. Das Steifleinen ist zugeschnitten, mit Hutdraht versehen und schon ein bisschen zusammen genäht.Den Futterstoff hab ich rausgesucht, beim Oberstoff bin ich noch am Grübeln. Federn und Zeugs ist bestellt und an die Krempe sollen Applikationen und Ketten. Wenn die Applikationen nicht reichen, dann muss ich eben noch welche sticken. Inspiration hierfür sind ganz klar die Werke von Maskenzauber

Wintermantel:
Nach etlichen Versuchen, die alle nicht so ganz geworden sind, was ich mir vorgestellt habe also ein erneuter Versuch, etwas hübsches, warmes für die kalten Tage zu schneidern.
Baumwollsamt, Baumwollsatin und Thinsulate als wärmende Zscihenlage sind geordert. Nach viel Hin und her habe ich mich für einen Schnitt von Butterick entschieden, den ich dann verändern werde, so dass er bis zum Boden reicht. Ich habe das bei meinem allerersten Mantelversuch schon einmal gemacht. Das Ergebnis war in meinen Augen katastrophal, aber ich bin oft positiv darauf
angesprochen worden. Also wird der Schnitt einfach noch einmal vernünftig verwendet. Ich denke, mit Probeteil, denn zum Verschneiden sind die Stoffe diesmal wirklich zu teuer.

Ein kleines Tischbügelbrett.
Spukt mir nur im Kopf herum, würde meiner Bügelfaulheit entgegenkommen. Ich brauche ja auch nur ein Brett, Stoff, Schaumstoff und einen Tacker. Schaumstoff hab ich noch irgendwo, Baumwollreste mit Sicherheit auch noch (mir schwebt da Patchwork vor) und ein Brett....schauen wir mal beim nächsten Sperrmüll. Muss ja nur 50x50cm groß sein.
Ansonsten wird demnächst im Baumarkt ncoh ein Brett besorgt

Eventualitäten:
Chemise a la Neisella aus Chiffon und mit besticktem Gürtel (Stoffe sind vorhanden, Schnittmuster auch)
Schlichtes Korsett aus Baumwolle ohne Schnickschnack, weil das Alte bald auseinander fällt. 
Stufenrock aus allen Resten, die ich so auftreiben kann.

Das war es vorerst einmal... irgendwie hab ich mir da ganz schön viel vorgenommen für jemanden ohne Motivation.

04 September 2014

Kleine Dinge

Ich kann zum Teaser leider kein ergebnis präsentieren, da das Ganze nicht so meinen Vorstellungen entsprach und ich den Teil noch einmal neu machen muss. Und bis auf das Vernichten des Schnittteils ist bisher auch nichts mehr passiert.
Derzeit geht es mir nicht sehr gut und es wird wohl eine Weile dauern, bis ich mich und die Situation, in der ich mich befinde wieder im Griff habe.
Bis dahin scheine ich leider unter völliger Demotivation und Resignation zu leiden.
Selbst für diesen Post habe ich jetzt satte 2 Tage gebraucht.

- Meine liebe Brieffreundin, natürlich habe ich vor, Dir zu schreiben. Wie immer. Aber Du sollst wissen, ich bin Dir unendlich dankbar, dass Du diese für Dich sicher ermüdende einseitige Brieffreundschaft aufrecht erhältst. Aber über die Sache mit den kurzen Haaren werden wir noch einmal reden müssen :)  -

Nunja, ich dachte, ich zeige einfach mal ein paar kleine Dinge, die bereits eine ganze Weile fertig sind, die ich aber erst mit Henriks neuer Kamera fast gut fotografieren konnte.

Als da wären:
Ein Schrumpfkopf, eigentlich Tsantsa (Jivaro), ist ein aus der nach einer bestimmten Methode bearbeiteten und eingeschrumpften Haut des Kopfes eines getöteten Menschen angefertigtes Präparat. Echte Schrumpfköpfe wurden bis in das 19. Jahrhundert als Trophäen von Kopfjägern einiger indigener Völker Südamerikas angefertigt und zu kultischen Zwecken verwendet. (Quelle: Wikipedia)
Ein Kollege meines Liebsten wünschte sich einen Schrumpfkopf. Aber keinen, der "so nach Plastik" aussieht. Ich habe in meinem Leben noch nie so etwas gebastelt, aber man wächst ja an den Herausforderungen.Die erste Herausforderung war ein Gesicht modellieren. Bisher noch nie gemacht, aber so schwer kann das ja nicht sein, dachte ich.
Eine Alupapierkugel wurde also grob mit Nase und Mund ausgestattet und dann mit Fimo umhüllt, bis mir alles so gefiel, wie ich es haben wollte. Orientiert habe ich mich dabei an diversen Bildern von Ausstellungen, die man im Internet so findet.
Das farbliche Bemalen hat dann allerdings meine Schwester übernommen, da sie schon beruflich einfach viel besser ausgestattet ist bezüglich Materialien und Talent.Dann habe ich dann Dichtungshanf mit Heißkleber schichtenweise auf den Kopf geklebt und mir ordentlich die Pfoten verbrannt.Die "Nähte" waren das schwierigste. Erst hatte ich schwarzes Stickgarn verwendet, aber das Ganze sah irgendwie unpassend aus. Der andersfarbige Sternzwirn macht da ein besseres Bild. Den habe ich allerdings mit meinem Serviettentechnikklebstoff angeklebt, weil ich Heißkleber zu offensichtlich fand.

Ein Türkranz. Ursprünglich sollte das einer dieser Bücherseitenkränze werden, aber nach etwa 20 Seiten war schon abzusehen, dass das nichts geben kann. Also habe ich mein Samtband und meine Silberborte ausgepackt und den Styroporkranz damit umwickelt. Fledermäuse, Schleifen und Rosendrauf und fertig ziert er jetzt unsere Wohnungstür. Ich mag ihn ganz furchtbar gerne und auch Henrik ist mit ihm ganz zufrieden. Langsam gewöhnt er sich an Kitsch.

Ein Kokoshnik:
Ursprünglich fürs WGT geplant, jetzt relativ arbeitslos, da er zu gar nichts passt. Das passende Korsett dazu ist nämlich bereits wieder vernichtet. Aber ein wenig Aufmerksamkeit hier hat er schon verdient, bevor er in der unendlichen Vergessenheit meiner Accessoirekiste landen wird. Moosgummi, Filz und Jaquard bilden das Grundgerüst. Filigrees, Borte und Perlen runden das Ganze dann ab.

Zu guter Letzt ein paar Ohrringe. Da mir mein Dr Who Set doch zu blau war, hab ich es kurzerhand verkauft und mir ein ähnliches Paar Ohrringe ohne Ring und Collier gemacht. Der Nagellack, den ich für die Steine verwendet habe schimmert je nach Lichteinfall von Grün über petrol und blau bis hin zu lila und rot. Absolut genial. Irgendwann folgen noch Kette und Ring. Vielleicht...

17 August 2014

Teaser und Tutorial

Nunja, zumindest so eine Art Anleitung.
Ich arbeite derzeit an mehreren Projekten gleichzeitig, weil so viele Ideen umgesetzt werden wollen. Daher hängt auch schon ein neuer Bolero im Schrank und zwei Korsetts noch in der Planung. Für eine der beiden neuen Tournüren gibt es jetzt einen kleinen Teaser. Die Akzente werden aus für mich recht untypischen Farben und Stoffen.
Und sie hat mir mehr über das Sticken beigebracht.
Die Janome hat nach allem, was ich lesen konnte, wohl ein kleines Fadenspannungsproblem, dass man erst einmal selbst beheben muss. Und zwar kommt der Unterfaden auch bei sehr niedriger Oberfadenspannung häufig sichtbar an die Oberfläche.
Bisher störte mich das nie so ganz. Hab ja kaum farbig gestickt und schwarz auf schwarz war kein Problem. Nun habe ich aber zum ersten Mal mit Madeira Spectra zu tun bekommen. Hologrammfolie, die in einen sehr dünnen Streifen geschnitten wurde und uns armen Glitzerfetischisten als Stickgarn untergejubelt wird. Sie reißt...und reißt...und reißt dann wieder. Sie produziert Knoten und darf sich nicht verzwirbeln... aber sie funkelt doch so toll...
Also habe ich als erstes die Unterfadenspannung mittels Schraubenzieher korrigiert. Und dann ging es ans Spectrasticken.
Meine - immer noch nicht optimalen - Lösungsansätze waren nach viel Recherche und experimentieren folgende:
-Maschine auf so langsam wie möglich stellen. Zwischendurch schadet auch ein kurzes "stop- weitermachen" nicht.
- Fadenspannung auf 0, wirklich komplett runter, der Faden wird wirklich nur einfach geführt.
- damit der Faden sich nicht ständig verdreht, habe ich die Spule senkrecht aufgestellt. Meine Maschine hat ja noch einen abnehmbaren, zusätzlichen Garnrollenhalter. Dadurch hat sich auch tatsächlich eine merkliche Verbesserung beim Sticken eingestellt.
- vernünftiges Vlies.

vermutlich wäre eine Metallsticknadel noch eine große Hilfe, aber das hatte ich an einem schönen Sonntag wie heute nicht hier. Das Problem mit dem leichten Reißen war nicht ganz gelöst, aber ich konnte schon länger sticken als beim ersten Versuch.

vielleicht hilft das ja dem ein oder anderem mal, so alles auf einem Haufen zu sehen.

16 August 2014

Szene und Kommerz

Das Amphi war wie jedes Jahr. Müsste ich Geld dafür zahlen, würde ich es mir dreifach überlegen, ob ich hingehen würde. Mir fehlen einfach Flair und Stimmung. Mag aber auch an meinem WGT-verwöhnten Kleinmädchenträumen liegen.
Allerdings stellte sich mir dieses Jahr eine ganz andere Frage.
Hat der Kommerz der Szene sich endlich selbst überholt? X-tra-x ist weg, das Zillo hat sich verabschiedet und der nächste "große" Laden wackelt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er stürzen wird. 
Und um ehrlich zu sein...irgendwie bin ich froh darüber. Nicht froh, dass Leute ihre Existenzgrundlage verloren haben, aber froh darüber, dass der Einheitsbrei weniger Anklang findet. Ich bin der Meinung, dass dieses Jahr viel mehr "kleinere" Unternehmen ihre Ware feil boten. Qualität und Unikat vor Einheitsbrei und schlechter Verarbeitung.
Die Quittung für die Großen war schon lang fällig. Und wenn wir nur noch ein klein bisschen sind wie früher....nur ein ganz, ganz kleines bisschen, dann ist diese Entwicklung nicht verkehrt....
Für meinen kleinen Laden kommt diese Entwicklung leider zwei Jahre zu spät.....

Herrje, der Eintrag wurde kürzer als erwartet, aber irgendwie habe ich nur in Gedanken mehr dazu zu sagen....

03 August 2014

Schwarze Picknickfreuden

Am Freitag vor dem Amphi war wieder einmal Picknicken angesagt. Dieses Jahr hatte ich mir extra Urlaub genommen, damit ich nicht wieder bangen musste, ob ich denn überhaupt teilnehmen kann. Zudem wollte ich auf dem Amphi wieder beim Alfred aushelfen und brauchte schon alleine deshalb die Tage frei :)

www.eye-dex.de
Aufgrund der angekündigten Gewitter sagten allerdings die meisten ab, was ich immer noch sehr schade finde, denn dieses Picknick ist etwas besonderes. Zumindest für mich. 
Es ist klein, beschaulich, familiär und keiner der Fotografen geht mir auf den Senkel, weil sie sich friedlich zurückhaltend in das Bild einfügen. Meistens zumindest. 
So stelle ich mir ein wirkliches schwarzromantisches Picknick vor.
Meine Picknickdecke ist zwar immer noch bei der Lisa, dafür konnte ich aber heuer mit einem Picknickkorb dienen - der jetzt beim Bienchen steht. Ich scheine dazu zu neigen, meine Picknicksachen anderen aufbürden zu wollen.

Sunlightfoto
Für diesen Tag hatte ich mich allem angesagten Regen zum Trotz dafür entschieden, meinen neuen Hut zu tragen. Soviel Schweiß und Flüche müssen ausgetragen werden :-D Und zum Glück hielt das Wetter auch. Meiner Meinung nach hatten wir sogar das beste Wetter aller Picknicks bisher, weil es nicht zu warm, nicht zu nass, nicht zu windig und nicht zu kalt war.

Am Bahnhof traf ich wie verabredet den Thomas und erfreulicherweise lief uns die wundervolle lene auch direkt über den Weg. Zu dritt fährt es sich viel lustiger Bahn. 
Im Friedenspark angekommen stellte sich heraus, dass viel zu wenig Decken dabei waren, aber eigentlich ist man ja ohnehin den ganzen Tag mal hier, mal dort. Und in den großen Roben stehe ich ohnehin lieber.
Ich verbrachte einen wirklich wundervollen Nachmittag bei Wein, Sandwiches und Freunden, der schließlich mit mir, Thomas und Bienchen auf dem Weg in den Wartesaal endete.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mit den allgemeinschwarzen Parties kaum noch etwas anfangen kann. Leider liegt das daran, dass ich manchmal das Gefühl habe, so angesehen zu werden, als würde ich in vollem Ornat bei einer Hip-Hop-Disco um einlass bitten. Also ging es nach kurzer Zeit weiter in die Esssigfabrik. Und zwar schnurstracks nach unten zum Kämpfer. Da konnte man es sich gemütlich machen, auch wenn über einem in der Halle das Utz-Utz wummerte.

Um halb vier hatte ich es dann aber doch ins Bett geschafft. Wie nach jedem Picknick glücklich und zufrieden. Und nächstes Jahr nehme ich mir wieder Urlaub, das Picknick ist es mir wert....