Jaja...von wegen, morgen starte ich dann mal.
Ich hab mich heute seit langem mal wieder mit Thomas getroffen und irgendwie endet das immer in jeder Menge Kölsch. Wenn ich schon kein Wochenende habe, dann muss ich eben unter der Woche mal ausgehen...und morgen trotzdem wieder arbeiten.
Das heißt also, ihr bekommt die (fast) ungefilterte, weil alkoholselige Wahrheit.
Ein Glück, dass die Frage so harmlos ist *g*
Day 1 – How did you come across the subculture?
tja, eigentlich eine für mich recht schwierige Frage.
*aushol* die ersten zarten (Klischee-)züge bekam das ganze, als mein Großvater nach langer Krankheit starb. Ich war 13 und mein Großvater hat so sehr gelitten, dass ich eher gefeiert habe, als er es hinter sich hatte. Ich erinnere mich, dass meine Schwester und ich zu lauter Musik tanzten und mein Vater ins Zimmer kam und uns anschrie, wir sollten doch gefälligst mal überlegen, was gerade in diesem Haus passiert war.
Also grübelte ich die nächsten Tage intensiv über den Tod und unseren Umgang damit nach. Und dieses Grübeln ließ nicht mehr nach. Ich begann, eine Menge zu hinterfragen, wenn auch nicht laut.
Ich rutschte dann mit 15 in die "Punkphase" Von dort ging es dann schnurstracks auf die "Metalschiene". Musiktechnisch lief es eben eine ganze Zeit lang etwas härter, klamottentechnisch war es schwarz. Und zwar seit Oktober 1996. Das weiß ich heute noch genau, weil ich das Schwarztragen von heute auf morgen beschloss, kurz bevor ich nach London fuhr. Warum, das weiß ich nicht allerdings überhaupt mehr. Ich weiß auch noch, dass ich zwei Tage vorher noch eine weiße Hose und eine weiße Weste trug. Das schwarz kam tatsächlich von heute auf morgen. Und zu allem Unglück hatte ich nur zwei schwarze Shirts und eine schwarze Hose.... damals war ich gerade 16 geworden.
Was Musik betraf brauchte ich ein Jahr länger. Durch mein Äußeres zogen andere glücklicherweise die richtigen Schlüsse. Ein Bekannter, der mit mir anno ´97 durch Rumänien wanderte (R.I.P. - bis heute verdanke ich ich dir die richtige Weichenstellung) schenkte mir zu meinem 17. Geburtstag eine Kassette (die habe ich heute noch, wenn auch kein kompatibles Abspielgerät) und ich wurde mit der Nase auf "Deine Lakaien - Colourize the Winter", "Lacrimosa - Stolzes Herz" und "Wolfsheim" gestossen.
Ab jetzt konnte es ja nur noch bergab gehen *gg* Es gab im ganzen Eichsfeld nur zwei Gruftis (owei...das war damals noch Schimpfwort, wenn ich mich recht entsinne). Mich und eine Stufenkameradin. Ich persönlich wusste gar nicht, dass es einen Ausdruck für das gab, was ich war, aber andere wussten das. Das schien zu reichen, um mir eine "Sanguis et Cinis" CD zu schenken. Ich kann die heute noch nicht leiden *g*
Aber ab da hatte ich zumindest die Richtigen Leute um mich, lernte weitere, mir so ähnlich denkende Menschen kennen und begriff irgendwann, dass ich nicht alleine war und mich für meine schwarze Vorliebe nicht schämen musste.
Die Stilfindung und das "mich selbst" wirklich finden, dauerten dann noch etwas, aber zumindest weiß ich, dass ich mit spätestens 19 da angekommen war, wo ich hin gehörte....
Der Rest ist dann Geschichte...