Vorgestern hab ich mich noch gefragt, wo der Haken ist. Ich hab eine wunderbare Beziehung, einen Job, keine Geldsorgen....nichts lief schief, bis....
Die letzte Nacht hat es ohne Anlauf direkt in meine Top Fünf der alptraumhaftesten Nächte aller Zeiten geschafft.
Gegen halb 3 Uhr hörte ich von der anderen Bettseite "Was ist denn mit Kami los?" Dieser Satz bewirkt bei mir in etwa das, was eine Sirene in einem Feuerwehrmann auslöst. Ich war schlagartig wach, bebrillt und auf der Suche nach meiner kleinen Katze. Sie ist 11, und Katzen leben leider nicht ewig.
Nun ja, Kamikaze hat zu all ihren anderen Mutationen auch verdrehte Krallen. Sie wachsen halt einfach rund und irgendwie hatte sie es geschafft, dass sich beide ineinander verhakt hatten.
Nach einer halben Stunde, in der wir ihr helfen wollten und sie uns unter lautem Fauchen liebevoll in Streifen schnitt, wollten wir in die Klinik. Wir konnten die Katze ja nicht mit gefesselten Füßen herum laufen lassen.
Unser Tierarzt machte dann extra für uns um 3 seine Praxis auf und Kamikaze machte sich daran, ihn in Streifen schneiden zu wollen. Sedation war angesagt. just, als er die Spritze in ihrem Hinterteil entladen hatte, zog sie natürlich ihre Krallen auseinander und alles wäre nicht nötig gewesen.
Nun ja, Katze war schon eingeschlafen, da hat er wenigstens noch ihre Krallen gestutzt.
Bis hierhin hätte ich ja dann noch schlafen können, aber Kamikaze und Narkose sind zwei Dinge, die man nicht kombinieren sollte. Ihre letzte hatte sie vor 10 Jahren und dank all der kleinen Behinderungen etc hab ich den Tierarzt gemieden, so es ging.
Nun ja, ich war ja auch der Meinung, er würde sie nur leicht sedieren, aber er hat sie direkt in eine Vollnarkose geschossen.
Kami schlief....und atmete recht wenig. Eigentlich fast gar nicht. Eine halbe Stunde lang hatte ich die Hand auf ihrem Herzchen, damit ich es schlagen fühlen konnte.
Nach einer Stunde schlief sie immer noch. Und fing an zu krampfen. in regelmäßigen Abständen. Erst Krampf, dann Speicheln. Und sie kam einfach nicht wieder. Um halb 5 nicht, um halb 6 nicht.
Mittlerweile hatten wir schon einmal wieder den Tierarzt genervt, der noch versicherte, dass das Zucken vorkommen kann und normal ist.
Wir hatten eine solche Angst um das Tier, dass Henrik und ich erst einmal aneinander gerieten. Irgendwohin mussten die Gefühle ja. Und ich bald arbeiten. und er ja eigentlich auch.
Das zweite Mal riefen wir an, als sie beim Krampfen plötzlich die Blase entleerte. Da war unser Doktor auch plötzlich vorsichtig. Es könnte sein, dass unsere kleine Katze ein bisher unentdeckter Epileptiker ist (ich hab mich sowieso schon immer gewundert, wieso ihr Hirn angeblich einwandfrei funktioniert) Aber mehr als Beobachten ging auch nicht. Es war sechs, ich mittlerweile angezogen und die Situation nicht besser.
Aber wegen "Katze krank" kann ich nicht daheim bleiben. Mein Liebster zum Glück schon. Um halb acht war die Katze immer noch nicht zurück, hatte sich beim Krampfen aber erbrochen und ich war auf der Arbeit vollkommen runter mit den Nerven.
Gegen halb 9 kam dann von Henrik die Nachricht, dass Kamikaze endlich aufgewacht ist. Und gegen Mittag hatte sie auch etwas getrunken. Als ich eben nach Hause kam, hat sie auch endlich gefressen. Sie wird wohl noch ein wenig mit dem Ganzen zu tun haben und ist auch immer noch sehr groggy, aber das schlimmste haben wir überstanden.
Jetzt müssen wir nur beobachten, ob sich solche Krämpfe auch außerhalb der Narkose zeigen.
Ich hab heute mit KaDi den Dienst getauscht und dasher morgen frei und nicht erst Donnerstag. So kann Henrik arbeiten gehen und ich seinen Vater ins Krankenhaus bringen.